August 1, 2018 / 8:55 AM / 3 months ago

Seehofer lobt Neuregelung des Familiennachzugs

Berlin (Reuters) - Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die seit Mittwoch geltende Neuregelung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutz begrüßt.

German Interior Minister Horst Seehofer attends the weekly cabinet meeting in Berlin, Germany August 1, 2018. REUTERS/Joachim Herrmann

“Mit der Neuregelung schaffen wir eine ausgewogene Balance zwischen der Integrationskraft unserer Gesellschaft, Humanität und Sicherheit”, erklärte der CSU-Politiker. Seit Mittwoch können Familienangehörige von in Deutschland lebenden Flüchtlingen in den deutschen Botschaften im Ausland Anträge auf Familiennachzug stellen. Berechtigt dazu sind Ehepartner, minderjährige Kinder und deren Eltern. Seit März 2016 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise war der Familiennachzug für die sogenannten subsidiär Schutzberechtigten ausgesetzt. Nun soll bis zu 1000 Menschen pro Monat aus humanitären Gründen der Zuzug ermöglicht werden.

Die deutschen Botschaften und Konsulate schicken die Anträge dazu weiter an das Bundesverwaltungsamt, das auswählt, wer nach Deutschland kommen darf. Zu den Kriterien zählen die Dauer der Trennungszeit, ob ein minderjähriges Kind betroffen ist, ob eine Gefahr für Leib, Leben und Freiheit besteht oder eine schwere Erkrankung oder Behinderung existiert.

Nach aktuellem Stand liegen in den Auslandsvertretungen der Anrainerstaaten Syriens (Jordanien, Libanon, Türkei, Irak) laut Auswärtigem Amt rund 28.000 Terminwünsche vor, um den Familiennachzug zu Flüchtlingen mit dem sogenannten subsidiären Schutz zu beantragen. Weltweit seien es rund 34.000. Der eingeschränkte Schutzstatus in Deutschland wird Menschen gewährt, die nicht als individuell verfolgt gelten, denen in ihrer Heimat aber Folter, andere unmenschliche Behandlung oder die Todesstrafe drohen oder in deren Ländern Krieg herrscht. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um Syrer.

FAST JEDER VIERTE IN DEUTSCHLAND HAT MIGRATIONSHINTERGRUND

Knapp ein Viertel der Menschen in Deutschland hatte 2017 einen Migrationshintergrund. Dies entspreche einem Zuwachs von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden unter Berufung auf den jüngsten Mikrozensus mit. Konkret hätten 19,3 Millionen und damit 23,6 Prozent der 82 Millionen Menschen in der Bundesrepublik ausländische Wurzeln. Das heißt, sie selbst oder mindestens ein Elternteil wurden nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren. Rund 51 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund sind den Angaben zufolge Deutsche, 49 Prozent sind Ausländer. 14 Prozent von ihnen haben türkische Wurzeln, elf Prozent polnische, sieben Prozent russische, sechs Prozent kasachische und vier Prozent rumänische.

Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jedes Jahr rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Der Migrationsstatus wurde den Angaben zufolge nur von Menschen in Privathaushalten erfasst, nicht von den Bewohnern von Gemeinschaftsunterkünften.

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