January 22, 2020 / 1:50 PM / 3 months ago

PSA - Haben 1,6-Liter Dieselmotoren an Mitsubishi geliefert

The logo of PSA Peugeot Citroen is seen at the company's plant in Poissy, near Paris, October 31, 2019. REUTERS/Charles Platiau

Hamburg/Paris (Reuters) - Der französische Autobauer PSA hat dem unter Verdacht der Dieselmanipulation stehenden Rivalen Mitsubishi Motoren geliefert.

Die Franzosen bestätigten am Mittwoch, Mitsubishi habe zwischen 2015 und 2018 Dieselaggregate mit 1,6 Litern Hubraum von ihnen bezogen. Ob diese Teil der Ermittlungen in Deutschland wegen des Verdachts manipulierter Abgaswerte gegen Mitsubishi seien, sei PSA nicht bekannt, erklärte ein Unternehmenssprecher in Paris. “Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir nicht, welche Fahrzeuge oder Motorenfamilien von der laufenden Untersuchung bei Mitsubishi ins Visier genommen werden.” Die Staatsanwaltschaft Frankfurt sagte Reuters auf Anfrage, Fahrzeuge von Mitsubishi seien bei Abgastests des Kraftfahrt-Bundesamtes mehrfach negativ aufgefallen.

Von wem Mitsubishi die Dieselmotoren bekommen hat, teilte die Ermittlungsbehörde nicht mit. Vom Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Am Dienstag waren in vier Bundesländern Geschäftsräume von Mitsubishi und zwei Zulieferern durchsucht worden, um Beweismaterial zu sichern. Bei Modellen von Mitsubishi mit 1,6- und 2,2-Liter-Dieselmotoren soll eine illegale Abschalteinrichtung eingebaut worden sein. Diese sorge dafür, dass die zulässigen Grenzwerte für Stickoxid zwar auf dem Prüfstand, nicht aber im Realbetrieb auf der Straße eingehalten würden. Die Ermittler gehen dem Verdacht des Betrugs gegen verantwortliche Personen von Mitsubishi und anderer Firmen nach. Der Autozulieferer Continental wird in dem Verfahren als Zeuge geführt und wurde nach eigenen Angaben ebenfalls durchsucht.

Einem Brancheninsider zufolge soll die Motorensteuerung von Continental stammen und an einen französischen Abnehmer gegangenen sein, der wiederum Mitsubishi beliefert habe. Continental äußerte sich nicht. Autohersteller beziehen die Technik üblicherweise von Zulieferern und spezifizieren sie für ihre Modelle.

Ihren Ausgangspunkt nahmen die Untersuchungen beim KBA. “Die Ermittlungen wurden Mitte November 2019 eingeleitet, nachdem die Marktüberwachung des KBA mehrfach Modelle des Herstellers Mitsubishi negativ getestet hatte”, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

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