February 21, 2018 / 7:19 AM / 7 months ago

MTU Aero hofft auf schnelle Lösung für Airbus-Triebwerk

München (Reuters) - Der Münchner Triebwerksbauer MTU Aero Engines hofft, dass ihn die neuen Probleme mit dem Triebwerk für das Airbus-Kurzstreckenflugzeug A320neo in diesem Jahr nicht aus der Bahn werfen.

A staff poses with blades of a MTU Aero Engines V 2500 HPC aircraft engine are pictured at the ILA Berlin Air Show in Schoenefeld, south of Berlin, Germany, June 1, 2016. REUTERS/Fabrizio Bensch

Dass sich die technischen Schwierigkeiten mit dem Pratt & Whitney-Triebwerk kurzfristig lösen ließen, sei die Voraussetzung dafür, dass MTU seine Ziele 2018 erreichen könne, sagte Vorstandschef Reiner Winkler am Mittwoch in München. Laut Airbus sollen im April wieder A320neo mit dem neuen GTF-Triebwerk ausgeliefert werden können. Gespräche mit Pratt & Whitney und den Zulassungsbehörden liefen. MTU Aero hat einen Anteil von 18 Prozent an dem Programm.

Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit einem operativen Gewinn von 600 bis 620 Millionen Euro, wie Winkler sagte. 2017 wären es nach den neuen, von diesem Jahr an gültigen Bilanzierungsvorschriften 570 Millionen Euro gewesen. Künftig werden die in der Branche üblichen Preisnachlässe an die Kunden und Rückerstattungen an die Flugzeugbauer nicht mehr als Kosten gebucht, sondern sofort vom Umsatz abgezogen. Damit hätte MTU im vergangenen Jahr nur 3,65 Milliarden Euro umgesetzt. Ausgewiesen wurden 5,04 Milliarden Euro, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der bereinigte Nettogewinn kletterte um 24 Prozent auf den Rekordwert von 429 Millionen Euro und übertraf damit die eigenen Erwartungen. Die MTU-Aktie fiel dennoch um drei Prozent.

Von 2018 an will MTU Aero die Früchte der Investitionen der vergangenen Jahre ernten. Winkler sprach vom “Übergang von der Investitions- in die Konsolidierungsphase”. Das GTF-Triebwerk, das derzeit noch Probleme macht, soll den Umsatz in der größten MTU-Sparte in diesem Jahr - in Dollar gerechnet - um 30 Prozent anschieben. Pratt & Whitney will rund 800 davon ausliefern, 2017 waren es 374. In der Spitze könnten es 1200 pro Jahr werden. Airbus will die Produktion des A320, wenn möglich, auf 70 von 60 Flugzeuge im Monat hochfahren. Doch Winkler ist skeptisch, dass kleinere Zulieferer auf die Schnelle hinterherkommen.

Große Projekte stünden in der zivilen Luftfahrt erst wieder Mitte der 2020er Jahre an. Dann dürfte es um den Nachfolger des A320 gehen, später auch um den Ersatz für die Boeing 737. In der Zwischenzeit soll bei MTU deutlich mehr Geld in die Kasse kommen als zuletzt. Davon will der Triebwerksbauer auch die Aktionäre profitieren lassen. Die Dividende steigt für 2017 um 40 Cent auf 2,30 Euro je Aktie, in den kommenden Jahren will MTU die Ausschüttungsquote von 30 auf bis zu 40 Prozent schrauben. In Jahren mit besonders hohen Mittelzuflüssen (Cash-flows) seien auch Aktienrückkäufe möglich, sagte der neue Finanzchef Peter Kameritsch.

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