24. August 2017 / 09:37 / vor einem Monat

Studie - Integration von Muslimen auf gutem Weg

Women attend a meeting with the German Interior Minister Thomas de Maiziere (not pictured) during his visit at the Muslim family education centre (Bildungswerk) in Cologne, Germany January 9, 2017. REUTERS/Wolfgang Rattay

Berlin (Reuters) - Die Integration der rund 4,7 Millionen Muslime in Deutschland schreitet einer Studie zufolge gut voran.

Spätestens mit der zweiten Generation seien sie mehrheitlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen, ergab der Religionsmonitor 2017 der Bertelsmann Stiftung, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Besonders erfolgreich verläuft demnach die Integration der Muslime in den Arbeitsmarkt. Allerdings fänden die Integrationsleistungen nicht überall Anerkennung: 19 Prozent der Bürger gaben an, keine Muslime als Nachbarn haben zu wollen.

Inzwischen unterscheide sich die Erwerbsbeteiligung von Muslimen nicht mehr vom Bundesdurchschnitt der deutschen Erwerbsbevölkerung, stellen die Wissenschaftler fest. Rund 60 Prozent arbeiteten in Vollzeit, 20 Prozent in Teilzeit, und die Arbeitslosenquote gleiche sich ebenfalls an. Einwanderer profitierten dabei maßgeblich vom hohen Arbeitskräftebedarf.

Jeder zweite Muslim hat einen deutschen Pass, und 96 Prozent von ihnen betonen ihre enge Verbundenheit mit Deutschland. Erfolge in der Integration lassen sich der Studie zufolge auch daran ablesen, dass 84 Prozent der in Deutschland geborenen Muslime ihre Freizeit regelmäßig mit Nicht-Muslimen verbringen. Fast zwei Drittel der Muslime gaben an, dass ihr Freundeskreis mindestens zur Hälfte aus Nicht-Muslimen besteht.

Mit Deutsch als erster Sprache wachsen 73 Prozent der in Deutschland geborenen Kinder muslimischer Einwanderer auf. Ihr Anteil steigt demnach von Generation zu Generation. Dies gilt auch für das Niveau der Schulabschlüsse. Die Angleichung an die durchschnittliche Schulabschlussquote aller Schüler verläuft in Deutschland allerdings langsamer als etwa in Frankreich. Dort verlassen nur elf Prozent der Muslime vor Vollendung des 17. Lebensjahrs die Schule. In Deutschland sind es 36 Prozent.

In der Bundesrepublik fällt es hochreligiösen Muslimen allerdings schwer, eine Stelle zu finden, die ihrem Qualifikationsniveau entspricht. Sie verdienen erheblich weniger als Muslime, die ihre Religion nicht praktizieren. Dies sei in Großbritannien anders, heben die Autoren hervor. Islam-Expertin Yasemin El-Menouar forderte, religiöse Symbole sollten nicht für Nachteile bei Bewerbungen in Deutschland sorgen. Zudem müssten religiöse Pflichtgebete oder Moscheegänge mit Vollzeitjobs vereinbar sein. Dies würde die Integration erleichtern, denn 40 Prozent der Muslime in Deutschland bezeichneten sich als hochreligiös.

Der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung vergleicht international die Bedeutung von Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und basiert auf repräsentativen Bevölkerungsumfragen.

Unsere WerteDie Thomson Reuters Trust Principles
0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below