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Unternehmensnachrichten

NordLB baut für Kreditausfälle vor - Erwartet 2020 rote Zahlen

Euro currency bills are pictured at the Croatian National Bank in Zagreb, Croatia, May 21, 2019. Picture taken May 21, 2019. REUTERS/Antonio Bronic

Berlin (Reuters) - Die NordLB wappnet sich für Kreditausfälle durch die Virus-Krise und erwartet auch wegen des Konzernumbaus einen Verlust für 2020.

“In der zweiten Jahreshälfte werden uns die ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie ebenfalls beschäftigen”, sagte Landesbank-Chef Thomas Bürkle am Donnerstag. Dies werde spürbar belasten und für ein negatives Ergebnis sorgen. Deshalb habe man die Risikovorsorge im ersten Halbjahr um rund 100 Millionen Euro erhöht. Bislang sei die Bank aber ordentlich durch die Krise gekommen, und die unmittelbaren Auswirkungen seien überschaubar. Der Gewinn vor Steuern lag zwischen Januar und Juni bei sechs Millionen Euro, nach 180 Millionen Euro vor einem Jahr. Unter dem Strich steht nach dem ersten Halbjahr ein Plus von vier (Vorjahr: 149) Millionen Euro.

Die Hannoveraner NordLB musste wegen hoher Verluste durch faule Schiffskredite mit einem Rettungspaket der Eigentümer von 3,6 Milliarden Euro vor dem Aus bewahrt werden. Das Institut bekommt dies nun zu spüren und musste Gebühren für Finanzgarantien des Landes Niedersachsen über 95 Millionen Euro zahlen, was das Provisionsergebnis deutlich auf minus 27 Millionen Euro drückte, nach plus 50 Millionen Euro vor Jahresfrist. Die Bank konnte die Kosten zwar um fünf Prozent auf 462 Millionen Euro senken, musste aber Rückstellungen über 25 Millionen Euro für den Umbau verbuchen. “Im weiteren Jahresverlauf ist eine deutliche Erhöhung dieser Position vorgesehen”, erklärte das Institut.

Der niedersächsische Finanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers erklärte, dass es in der zweiten Jahreshälfte mehr Klarheit gebe, wie stark die Corona-Krise die Wirtschaft und die Bank belaste. “Dann ist besser zu beurteilen, ob wir das Tal durchschritten haben.”

Die Norddeutsche Landesbank soll nun kleiner werden und die Bilanzsumme von gut 133 Milliarden Euro bis 2024 auf rund 95 Milliarden Euro sinken. Zudem soll die Zahl der Beschäftigten auf rund 2800 etwa halbiert werden. Dies läuft der NordLB zufolge ohne betriebsbedingte Kündungen auf freiwilliger Basis.

Die Eigner des Instituts entschieden zudem, “zur Optimierung der Kapitalstruktur alle noch bestehenden Einlagen stiller Gesellschafter zu beenden”. Denn diese seien nur noch bis Jahresende 2021 anteilig als Kernkapital und danach höchstens als Ergänzungskapital anrechenbar. Bei Zustimmung der Aufsicht werde man diese Einlagen vertragsgemäß kündigen. Darunter fielen auch die stillen Einlagen von drei Zweckgesellschaften (“Fürstenberg Capital Erste bis Dritte”), die die Einlagen jeweils durch die Ausgabe von “strukturkongruenten Anleihen (Capital Notes) refinanziert haben”, heißt es im Zwischenbericht der NordLB. Eine Neubewertung der stillen Einlagen schlug sich demnach mit 37 Millionen Euro im Zinsüberschuss positiv nieder.

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