April 4, 2019 / 9:29 AM / 2 months ago

Faule Schiffskredite brocken NordLB Rekordverlust von 2,4 Mrd Euro ein

Hannover (Reuters) - Faule Schiffskredite haben der Norddeutschen Landesbank (NordLB) 2018 einen Rekordverlust eingebrockt.

Das Minus lag unter dem Strich bei knapp 2,4 Milliarden Euro, wie das Institut am Donnerstag in Hannover mitteilte und damit einen Reuters-Bericht weitgehend bestätigte. “Der hohe Jahresverlust ist schmerzhaft”, sagte Vorstandschef Thomas Bürkle auf der Bilanzpressekonferenz. “Aber die Befreiung von Altlasten aus der Schiffsfinanzierung ermöglicht uns einen Neustart.” Wegen hoher Kosten für den anstehenden Umbau und die Verkleinerung der Landesbank rechnet das Management auch für 2019 mit einem Verlust. “Spätestens 2020 wollen wir aber wieder Gewinne erwirtschaften.”

Die faulen Kredite haben bei der Bank einen Kapitalbedarf von gut 3,6 Milliarden Euro ausgelöst. Die NordLB soll nun deutlich kleiner werden und sich von Schiffsfinanzierungen trennen. Grundzüge für eine Stützung des Instituts sehen vor, dass die Eignerländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt 1,7 Milliarden Euro in bar zuschießen und das Sparkassen-Lager gut 1,1 Milliarden aufbringt. Zudem stellt Niedersachsen kapitalentlastende Maßnahmen über 800 Millionen Euro bereit - etwa über Abschirmungen und Garantien für Problemkredite. Wenn die EU-Kommission grünes Licht für Finanzspritzen und die Neuausrichtung der Bank gibt, soll alles nach Angaben der Bank spätestens im dritten Quartal über die Bühne sein.

Die Bilanzsumme der NordLB soll von 154 Milliarden Euro auf rund 95 Milliarden Euro sinken, die Rendite auf acht Prozent steigen. Für die harte Kernkapitalquote peilt das Management bis spätestens Ende 2019 rund 14 Prozent an, nach 6,8 Prozent Ende 2018.

Da viele Geschäftsfelder schrumpfen oder ausgelagert werden sollen, steht dem Institut ein erheblicher Abbau von Arbeitsplätzen bevor. Der niedersächsische Finanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers hatte bereits am Mittwoch angekündigt, dass die Zahl der Vollzeitstellen von derzeit rund 5500 auf etwa 3250 fallen werde.

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