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Inlandsnachrichten

NRW-Gesundheitsminister derzeit gegen Karneval-Absage

Karl-Josef Laumann, health minister of the federal state of North-Rhine Westphalia (NRW) addresses a news conference about official measurements of NRW concerning the coronavirus disease (COVID-19) in Duesseldorf, Germany, March 10, 2020. REUTERS/Wolfgang Rattay

Düsseldorf (Reuters) - Nordrhein-Westfalen will sich mit einer Entscheidung über eine mögliche Absage der kommenden Karnevalssaison erst einmal Zeit lassen und möglicherweise erst Mitte September festlegen.

“Wir sind fünf Monate vor Karneval. Ich möchte erst einmal die Entwicklung der Infektionszahlen bei den Reiserückkehrern abwarten”, sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Mittwoch. “Wenn aber in drei Wochen die Inzidenz da ist, wo sie jetzt ist, wird es sicher den Karneval nicht so geben, wie wir ihn kennen”, führte der CDU-Politiker aus. Es komme alles darauf an, wie sich die Infektionszahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland und seinen großen Städten entwickeln.

Laumanns Amtskollege im Bund, Jens Spahn, hatte sich am Dienstag in einer Schalte des Gesundheitsausschusses des Bundestages für eine Absage der Karnevals- und Fassnachts-Saison 2020/21 ausgesprochen. Er könne sich Karneval mitten in der Corona-Pandemie nicht vorstellen, sagte er nach Angaben von Teilnehmern. Das traf beim Bund Deutscher Karneval (BDK) allerdings auf Widerstand. “Einer Pauschalabsage der Session können wir nicht zustimmen”, erklärte BDK-Präsident, Klaus-Ludwig Fess am Mittwoch. “Es ist im August viel zu früh, Veranstaltungen abzusagen.”

Bundesweit steigen derzeit die Infektionszahlen wieder. Das Robert-Koch-Institut meldete am Mittwoch 1510 Neuinfektionen. In NRW lag die Zahl bei 326, womit die 7-Tage-Inzidenz 14,7 erreichte und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 9,3 liegt. Ausschlaggebend für Corona-Maßnahmen ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den verganngenen sieben Tagen. Mehr als 35 gelten als kritisch, bei mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern droht ein regionaler Lockdown. Mit Blick auf die gebeutelte Wirtschaft betonte Laumann: “Wir können nie mehr so einen Lockdown wie im Frühjahr machen.”

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