February 27, 2009 / 11:51 AM / 11 years ago

Opel-Aufsichtsrat berät über Rettungskonzept

Frankfurt (Reuters) - Der Opel-Aufsichtsrat hat am Freitag über das mit Spannung erwartete Rettungskonzept beraten.

Das Management wollte den Arbeitnehmervertretern in Rüsselsheim Pläne vorlegen, wie der Autobauer trotz der existenzbedrohlichen Krise des Mutterkonzerns General Motors (GM) überleben kann. Von dem Konzept macht die Bundesregierung Staatshilfen und Bürgschaften abhängig, die Opel dringend benötigt. Wirtschaftsminister Karl-Theodor von Guttenberg (CSU) dämpfte allerdings die Erwartungen. Vor einem Engagement des Staates “müssen zunächst alle anderen Wege ausgeschöpft sein”, machte er in Berlin deutlich. Einem Zeitungsbericht zufolge fasst der Autobauer unter anderem einen Verkauf seines Werks in Eisenach ins Auge. Für den Nachmittag war ein Auftritt des Managements vor der Presse geplant.

Für Guttenberg ist eine entscheidende Frage, ob sich Opel überhaupt aus GM herauslösen lasse. Die Positionen des Mutterkonzerns und der US-Regierung hierzu seien noch nicht klar. Etwaige staatliche Hilfen knüpft er an die Bedingung, dass diese den Standorten und Arbeitsplätzen in Deutschland zugute kommen. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, wo Opel ein Werk in Bochum betreibt, fordert ein Konzept, das den langfristigen Erhalt aller vier deutschen Standorte sowie eine größere Unabhängigkeit von GM sicherstelle. “Ich kann mir kein Konzept vorstellen, das von der Schließung eines Opel-Werks in Deutschland ausgeht”, sagte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) im ZDF.

PRESSEBERICHT - EISENACH UND BOCHUM AUF DER KIPPE

Guttenberg will am Samstag mit den Regierungschefs der vier Bundesländer beraten, in denen Opel Standorte hat. Neben Hessen (Rüsselsheim), Thüringen (Eisenach) und Nordrhein-Westfalen (Bochum) ist dies auch Rheinland-Pfalz (Kaiserslautern). Hessen hat bereits ein Gesetz über eine Bürgschaft für Opel und Zulieferer auf den Weg gebracht. Kreisen zufolge benötigt die Traditionsfirma zum Überleben mehr als drei Milliarden Euro, den größten Teil davon aus Bürgschaften von Bund und Ländern.

DGB-Chef Michael Sommer bekräftigte seine Forderung nach Staatshilfen für den Autobauer. Am Donnerstag hatten an in- und ausländischen Standorten 25.000 Opelaner für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Betriebsrat und Gewerkschaften hatten die Beschäftigten bereits auf Einschnitte eingestimmt, wollen aber Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen verhindern. In Deutschland beschäftigt Opel 25.000 Mitarbeiter.

Der “Financial Times Deutschland” zufolge prüft das Management einen Verkauf des Werkes in Eisenach, während die in Rüsselsheim und Kaiserslautern als Teil eines neuen europäischen Opel-Konzerns erhalten bleiben sollen. Die deutsche Fahrzeugproduktion würde damit in Rüsselsheim konzentriert. Das Blatt berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, die Zukunft des Werks in Bochum mit über 5000 Beschäftigten sei ungewiss. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel geht jedoch von einem Erhalt der Produktion in der Ruhrgebietsstadt aus. “Nach dem Stand der bisherigen Gespräche wird man sich an die Verträge halten”, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Opel wollte den Bericht nicht kommentieren.

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