September 3, 2019 / 1:40 PM / 14 days ago

Finanzaufsicht eröffnet Bieterkampf um Osram

München (Reuters) - Die Finanzaufsicht Bafin hat den Startschuss für einen Bieterkampf um Osram gegeben.

A lit bulb by German lighting manufacturer Osram is seen in front of packages with different Osram bulbs in this picture illustration taken September 1, 2019. REUTERS/Andreas Gebert/Illustration

Der österreichische Chiphersteller AMS erhielt von der Behörde grünes Licht für seine 4,3 Milliarden Euro schwere Übernahmeofferte für den dreimal so großen deutschen Lichttechnikkonzern, wie AMS am Dienstag mitteilte. Die Österreicher veröffentlichten nun ihr offizielles Kaufangebot von 38,50 Euro je Osram-Aktie, mit dem sie die Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle ausstechen wollen.

Bain und Carlyle hatten bereits im Juli ein Angebot über 35 Euro je Aktie vorgelegt, was einem Unternehmenswert von vier Milliarden Euro entspricht. Ob sich die Finanzinvestoren auf ein Wettbieten einlassen, ist offen. Insidern zufolge zogen sie bereits einer Erhöhung ihres Angebots in Betracht. Am Dienstag äußerten sich die beiden Partner nicht dazu.

Wie die beiden Finanzinvestoren macht auch der Chiphersteller AMS einen Erfolg seines Übernahmeplans davon abhängig, dass er mindestens 70 Prozent der Osram-Aktien einsammeln kann. Knapp ein Prozent besitzt AMS bereits, wie das Unternehmen in seinem Angebotsdokument offenbarte.

Beide Angebote laufen nun gleichzeitig bis zum 1. Oktober. Die Laufzeit der Offerte von Bain und Carlyle, die bisher am 5. September enden sollte, verlängert sich wegen des Konkurrenzangebots von AMS automatisch.

An der Börse herrschte Skepsis, ob AMS die Übernahme gelingt. Die Osram-Aktie legte zwar 1,7 Prozent zu, wurde aber mit 37 Euro deutlich unter dem von AMS gebotenen Preis gehandelt.

Die Osram-Führung muss nun in einer offiziellen Stellungnahme darlegen, was sie von einer Übernahme durch AMS hält. Das Management um Vorstandschef Olaf Berlien hat seinen Aktionären bereits das Angebot von Bain und Carlyle empfohlen und Skepsis gegenüber AMS durchblicken lassen. In zentralen strategischen Fragen bestehe bisher keine Einigkeit. Betriebsrat und IG Metall lehnen AMS ab, da sie einen Stellenabbau befürchten.

Der Apple-Zulieferer AMS ist auf optische Sensoren spezialisiert und interessiert sich vor allem für das Autozuliefer- und das Photonik-Geschäft von Osram. Die Österreicher wollen im Osram-Werk Regensburg Arbeitsplätze schaffen. Das Digitalgeschäft und das Verbrauchergeschäft mit LEDs soll hingegen verkauft werden.

AMS ist mit einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro deutlich kleiner als Osram. Die Münchner erlösten im vergangenen Jahr 4,1 Milliarden Euro. Die Österreicher wollen die Übernahme mit einem Mix aus Schulden und einer Kapitalerhöhung stemmen. Das Unternehmen aus Premstätten bei Graz hatte eine erste Interessensbekundung im Juli zunächst wieder zurückgezogen und damit Zweifel genährt, ob es zu einem solchen Zukauf überhaupt in der Lage ist.

Bain Capital und Carlyle bekennen sich zur bestehenden Osram-Strategie mit dem Fokus auf optische Halbleiter, Automobil und digitale Anwendungen. Beim laufenden Konzernumbau wollen sie nach eigenen Angaben eng mit Vorstandschef Berlien zusammenarbeiten und in Wachstum investieren. Zugleich aber erfordere das schwierige Marktumfeld flexibles Handeln.

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