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Polizei prüft 50 Hinweise zur Paketbomben-Erpressung
December 4, 2017 / 11:51 AM / 9 days ago

Polizei prüft 50 Hinweise zur Paketbomben-Erpressung

Berlin (Reuters) - Auf der Jagd nach dem Paketbomben-Erpresser prüft die Polizei Dutzende Hinweise aus der Bevölkerung.

A so-called packstation of German postal and logistics group Deutsche Post DHL is pictured in Bonn, Germany, April 22, 2016. REUTERS/Wolfgang Rattay

Nach einem Zeugenaufruf seien etwa 50 davon eingegangen, twitterte die brandenburgische Polizei am Montag. Bisher sei keine heiße Spur dabei. Die Sonderkommission in dem Fall wurde auf über 50 Beamte verdoppelt. Experten bemühen sich weiter, ein bei der Entschärfung in Potsdam zerstörtes Paket wieder zusammenzusetzen. “Sie schauen, was sie noch an Spurenmaterial finden können”, erklärte eine Polizeisprecherin. Ermittler hatten aus dem Päckchen einen zerfetzten Zettel mit einem sogenannten QR-Code rekonstruiert, der ein Erpresserschreiben enthielt. Der oder die Täter verlangen darin eine Millionensumme vom Paketdienst DHL, um den Versand weiterer Paketbomben zu stoppen.

Nach der Entdeckung eines verdächtigen Pakets in der Staatskanzlei in Thüringen gab die Staatsanwaltschaft Erfurt Entwarnung. Das in Köln aufgegebene DHL-Paket habe lediglich zusammengerollte Kataloge enthalten.

Die Polizei hatte am Sonntag einen Zeugenaufruf gestartet, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Die Ermittler suchen Personen, die beobachteten, wie das präparierte Paket am Donnerstagmorgen an einer DHL-Packstation in Potsdam aufgegeben wurde. Die am Freitag entdeckte Paketbombe war an einen Apotheker adressiert, der beim Öffnen ein Zischen hörte. Die Polizei stellte später fest, dass das Paket Nägel und einen “Polenböller” enthielt, also einen sehr starken, in Deutschland nicht zugelassenen Feuerwerkskörper.

ÜBER SIEBEN MILLIONEN PAKETE TÄGLICH

Der DHL-Mutterkonzern Deutsche Post verwies zum Stand der Ermittlungen auf die Behörden. Den Kunden empfehle man, nur Pakete von Absendern anzunehmen, die bekannt seien oder bei denen man Bestellungen aufgegeben habe. Im Jahresdurchschnitt transportiert die Post täglich rund vier Millionen Pakete. Zurzeit sind es teilweise über sieben Millionen. Zum Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts werde sogar mit über acht Millionen gerechnet. “Es ist daher unmöglich, jede einzelne Sendung zu überprüfen”, sagte ein Sprecher. Bisher stelle der Konzern keine Verhaltensänderungen bei den Kunden und auch keine wirtschaftlichen Auswirkungen fest.

Der konkurrierende Paketdienst Hermes überprüft seine Sicherheitsvorkehrungen. Maßnahmen wie am Flughafen, also ein Durchleuchten der Pakete, seien aber schon wegen der Menge schwer vorstellbar, sagte ein Sprecher. Das Unternehmen transportiert täglich rund 2,3 Millionen Lieferungen.

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