August 24, 2010 / 2:29 PM / 9 years ago

Experten warnen vor Sicherheitslücken beim neuen Personalausweis

German Interior Minister Thomas de Maiziere poses with copies of the current (R) and the new German ID card in Berlin, June 17, 2010. REUTERS/Tobias Schwarz

Berlin (Reuters) - Datenschützer und Computer-Experten warnen vor Sicherheitslücken beim geplanten neuen Personalausweis.

Im Internet könnten sensible Daten abgefangen und für Betrügereien missbraucht werden, sagte Frank Rosengart vom Chaos Computer Club am Dienstag Reuters-TV. Ausspähprogramme könnten die über den Computer eingegebene Persönliche Identifizierungsnummer (PIN) abfangen werden, sagte er. Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar monierte, für kritische Bereiche sei der Ausweis im Internet nicht nutzbar. Das Bundesinnenministerium erklärte, der neue Personalausweis sei sicher.

Mit dem neuen Personalausweis soll man sich mit Hilfe von Lesegräten und einem Computer im Internet durch Eingabe der PIN identifizieren können. Wer mit Hilfe des Personalausweises Geschäfte über Internet abwickele, müsse dafür sorgen, dass das Gerät virenfrei sei, sagte Rosengart. In einem Fall von Missbrauch müsse der Ausweisinhaber beweisen, dass er die betreffenden Transaktionen nicht getätigt habe. “Und das ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit für den technischen Laien.”

Schaar kritisierte, die vom Bundesinnenministerium verteilten Lesegeräte für die Ausweise seien unsicher. Bei diesen Modellen müsse die PIN über die Tastatur des Computers eingegeben werden. “Beispielsweise beim electronic banking oder sonstigen sicherheitsempfindlichen Anwendungen würde ich sehr davon abraten ein solches einfaches Gerät zu verwenden”, sagte Schaar dem NDR. Besser seien Lesegeräte mit eigener Tastatur. Sogenannte Trojaner-Programme könnten dann nicht die PIN ausspionieren.

Die beim neuen Personalausweis eingesetzte Technik sei eine der sichersten, die derzeit verfügbar sei, erklärte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Stefan Paris. Allein das Kennen der PIN ermögliche noch keinen Missbrauch, dazu sei auch der Ausweis nötig. Zudem könnten die Nutzer im Gegensatz zum electronic banking die PIN jederzeit ändern. Eine sichere Nutzung des Ausweises setze allerdings auch einen sicheren Computer voraus. “Das heißt: Wenn Ihr Computersystem sicher ist, zum Beispiel durch aktuelle Virenscanner, eine Firewall und ein regelmäßig aktualisiertes Betriebssystem, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen”, sagte Paris. Der neue, Scheckkartengroße Ausweis mit integriertem Chip soll ab November eingeführt werden.

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