September 10, 2018 / 9:53 AM / 9 days ago

Studie - Hoher Bedarf an Pflegekräften in Deutschland

Berlin (Reuters) - Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird in den nächsten Jahren voraussichtlich steil ansteigen.

Alba Gil Quiros (R) from the Spanish island of Tenerife assists residents on their way to breakfast at the SenVital elderly home in Kleinmachnow outside Berlin May 28, 2013. Facing an acute shortage of skilled applicants among its own workforce, German institutions in the care sector increasingly turn to southern European countries to hire trained nursing staff who are willing to work abroad despite the language barrier in order to escape unemployment at home. The SenVital home for the elderly outside Berlin has accepted five qualified nurses from Spain as their staff, providing eight months of language training and additional care schooling needed to attain the German nursing concession. Some 100 Spaniards applied for the ten vacancies SenVital had advertised across its various houses. REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: HEALTH BUSINESS EMPLOYMENT)

Einer am Montag in Berlin vorgestellten Simulationsrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge werden bis 2035 vier Millionen Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen sein. Bundesweit waren 2015 rund drei Millionen Menschen pflegebedürftig, rund 50 Prozent mehr als 1999. Als Konsequenz muss dem IW zufolge die Zahl der Pflegekräfte bis 2035 um bis zu 150.000 steigen.

Gebraucht würden dann rund eine halbe Million Pflegekräfte, erklärte das IW. Das wäre gegenüber heute ein Plus von gut 44 Prozent. Schon jetzt würden Altenpfleger dringend gesucht; 2017 kamen auf 100 offene Stellen rechnerisch nur 22 Arbeitslose.

“Die Zahl der Altenpfleger steigt zwar derzeit an, doch langsamer als der Bedarf. Die Lücke wird größer”, warnte IW-Expertin Susanna Kochskämper. Vor allem in Ostdeutschland ist laut dem Institut der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich hoch. In Mecklenburg-Vorpommern sind es rund fünf Prozent, in Sachsen mehr als vier Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 3,7 Prozent.

Um einen Kollaps zu verhindern, müssten Bund und Länder die Rahmenbedingungen für eine ausreichende Versorgung schaffen und den Pflege-Beruf attraktiver machen, fordert Kochskämper. “Dabei geht es nicht nur darum, das Gehalt anzuheben”, betonte sie. Anzusetzen sei auch bei der Weiterbildung von Pflegehelfern, ebenso biete die Digitalisierung die Chance, Abläufe zu optimieren und Pfleger zu entlasten. Gleichzeitig müsse aber konsequent Bürokratie abgebaut werden.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von mehreren zehntausend Pflegekräften, die in den nächsten Jahren zusätzlich benötigt würden. “Und die finden wir nur, wenn wir den Beruf attraktiver machen, besser bezahlen und auch Fachkräfte aus dem Ausland anwerben.” Deshalb gebe es ein Pflegesofortprogramm und sei die Konzertierte Aktion Pflege ins Leben gerufen worden. “Wahr ist aber auch: Bessere Pflege kostet” Der Minister bekräftigte in deshalb seine Absicht, ab dem nächsten Jahr die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte anzuheben.

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