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Unternehmensnachrichten

Behörde ermittelt wegen möglicher Manipulationen bei Porsche

FILE PHOTO: Employees of German car manufacturer Porsche install the windshield of a Porsche 911 at the Porsche factory in Stuttgart-Zuffenhausen, Germany, February 19, 2019. REUTERS/Ralph Orlowski/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD

Hamburg/Frankfurt/München (Reuters) - Das Kraftfahrt-Bundesamt hat wegen möglicher Manipulationen bei Benzinmotoren von Porsche Untersuchungen eingeleitet.

“Es geht um mögliche Abweichungen zum genehmigten Typ”, sagte ein Sprecher der Flensburger Zulassungsbehörde am Montag. Betroffen seien Ottomotoren, die vor 2017 für den europäischen Markt produziert worden seien. Zu Details äußerte sich der Sprecher nicht. Porsche selbst hatte bei internen Prüfungen mögliche Unregelmäßigkeiten festgestellt und diese dem KBA gemeldet. “Bild am Sonntag” hatte berichtet, in der Serienfertigung seien an Hard- und Software illegale Veränderungen vorgenommen worden - und zwar erst nach der sogenannten Zulassungs-Typisierung des KBA.

Dabei gehe es nicht nur um Abgasanlagen, sondern auch um Motorkomponenten, berichtete die Zeitung. Porsche habe den Verdacht auch der zuständigen Staatsanwaltschaft in Stuttgart und den Behörden in den USA mitgeteilt.

Die Sport- und Geländewagentochter von Volkswagen hatte in einer Stellungnahme am Wochenende erklärt, im Rahmen interner Prüfungen seien “Themen” identifiziert worden. Diese habe man – wie auch bereits in der Vergangenheit – den Behörden zur Kenntnis gebracht. Nach den Informationen aus den internen Prüfungen seien nur Fahrzeuge betroffen, die bereits vor einigen Jahren entwickelt worden seien. Es gebe keine Belege dafür, dass Fahrzeuge in der laufenden Produktion betroffen seien. Porsche untersuche derzeit den Sachverhalt und sei in enger Abstimmung mit den Behörden.

KONSEQUENZEN AUS DEM DIESELSKANDAL

Ein Porsche-Sprecher erklärte, die Untersuchungen dürften nach seiner Einschätzung noch mehrere Wochen dauern. “Wir wollen das richtig aufdecken, wir wollen nichts verschleiern”, sagte er. “Aber wir wollen keine Mutmaßungen anstellen und Spekulationen, die nur verunsichern.” Die internen Untersuchungen sind eine Konsequenz aus dem VW-Dieselskandal und werden seit 2016 vorgenommen. Volkswagen hatte vor fast fünf Jahren zugegeben, millionenfach Abgaswerte von Dieselautos mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Davon waren auch die Töchter Audi und Porsche betroffen.

Bei Benzinmotoren wurden solche Manipulationen bisher nicht nachgewiesen. Der Sender SWR hatte unlängst unter Berufung auf ein Gerichtsgutachten über den Verdacht einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei einem Audi Q5 berichtet. Audi erklärte, es lägen keine Hinweise vor, dass technische beziehungsweise regulatorische Themen, wie sie Porsche bei internen Prüfungen identifiziert habe, auch bei Fahrzeugen der Marke mit den vier Ringen vorlägen. Man prüfe solche Aspekte regelmäßig und fortlaufend, erklärte die VW-Tochter. Die Ingolstädter gelten als Technikschmiede der Abgasmanipulation im Dieselskandal bei Volkswagen.

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