December 29, 2017 / 1:27 PM / 23 days ago

Preise steigen 2017 wie seit Jahren nicht mehr

Berlin (Reuters) - Höhere Kosten für Energie und Lebensmittel haben die deutschen Verbraucherpreise 2017 so kräftig steigen lassen wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer Schätzung mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit 2012 mit damals 2,0 Prozent. 2016 betrug die Inflationsrate 0,5 Prozent und 2015 nur 0,3 Prozent. Sie liegt aber weiter unter der Zielmarke von knapp zwei Prozent, die von der Europäischen Zentralbank als ideal für die Wirtschaft erachtet wird.

“Das ist die von der EZB gewünschte Korrektur der Inflationsentwicklung”, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. “Sie ist nachhaltig.” Der Preisdruck bleibe aber noch moderat. Viele Experten gehen davon aus, dass die Preise angesichts des Aufschwungs in den kommenden Jahren weiter anziehen. Das Münchner Ifo-Institut prognostiziert für 2018 eine Teuerungsrate von 1,9 Prozent. 2019 soll sie mit 2,2 Prozent über dem EZB-Zielwert liegen. Viele Unternehmen erhöhen angesichts voller Auftragsbücher die Preise. Zudem sitzen viele Mitarbeiter bei Lohnverhandlungen am längeren Hebel, da qualifiziertes Personal wegen des Dauerbooms schwieriger zu finden ist. Höhere Personalkosten dürften die Firmen an ihre Kunden weiterreichen.

Trotz der gestiegenen Inflation wächst die Kaufkraft vieler Arbeitnehmer. Die Verdienste der rund 17 Millionen Beschäftigten mit einem Tarifvertrag legten 2017 um durchschnittlich 2,3 Prozent. Sie wuchsen damit das sechste Jahr in Folge schneller als die Preise. Die meisten Experten gehen daher davon aus, dass der Konsum einer der Wachstumsstützen der deutschen Wirtschaft bleibt. Diese dürfte nach den Vorhersagen aller führenden Institute 2018 das neunte Jahr in Folge wachsen.

Im Dezember ließ der Preisdruck etwas nach. Die Preise zogen um 1,7 Prozent zum Vorjahresmonat an, nachdem die Teuerungsrate im November bei 1,8 Prozent gelegen hatte. Energie kostete 1,3 Prozent mehr als im Dezember 2016. Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisaufschlag mit 3,0 Prozent deutlich aus.

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