April 29, 2020 / 9:50 AM / a month ago

Günstige Energie bremst Inflation - Tiefster Stand seit 2016

The skyline with its banking district is photographed during sunset, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Frankfurt, Germany, April 28, 2020. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Billige Energie drückt die deutsche Inflation in der Corona-Krise auf den tiefsten Stand seit November 2016.

Die Teuerungsrate fiel im April auf 0,8 Prozent nach 1,4 Prozent im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Ökonomen hatten sogar einen Rückgang auf 0,6 Prozent erwartet. “Der Inflationsdruck hat im April weiter nachgelassen”, sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg. Die Bundesregierung geht in ihrer neuen Konjunkturprognose davon aus, dass die Inflation im laufenden Jahr auf 0,5 Prozent einbricht, nach 1,4 Prozent 2019. Die Europäische Zentralbank sieht einen Wert von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Konjunktur an, verfehlt dieses Ziel aber für den Euro-Raum schon seit Jahren.

Die wirtschaftlichen Turbulenzen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben den Ölpreis drastisch gedrückt. Dadurch verbilligte sich Energie um 5,8 Prozent zum April 2019. Nahrungsmittel verteuerten sich hingegen weit überdurchschnittlich um 4,8 Prozent. Dienstleistungen kosteten 1,3 Prozent mehr, wobei die Wohnungsmieten um 1,4 Prozent anzogen.

So waren etwa in Nordrhein-Westfalen Mineralölprodukte fast 18 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat, dabei verbilligte sich Tanken um gut 15 Prozent. Ähnlich in Bayern: Dort lag das gesamte Preisniveau 0,9 Prozent über dem Vorjahr. Rechnet man die preisdämpfende Entwicklung bei Heizöl und Kraftstoffen heraus, hätte die Inflationsrate deutlich höher bei 1,6 Prozent gelegen. Nahrungsmittel hingegen verteuerten etwa in Hessen um 5,6 Prozent binnen Jahresfrist und um 1,4 Prozent zum März. In Brandenburg mussten Verbraucher für Lebensmittel gut sechs Prozent mehr ausgeben als vor einem Jahr. Dabei verteuerten sich Fleisch mit 12,4 Prozent und Obst mit 13,7 Prozent überdurchschnittlich.

“Die aktuelle Corona-Krise führte im April 2020 zu Schwierigkeiten bei der Preiserhebung, da einige Güter am Markt nicht verfügbar waren und es zum Teil Schwierigkeiten bei der Vor-Ort-Erhebung gab”, erklärte das Statistische Bundesamt. Wegen dieser methodischen Probleme veröffentlichte etwa das Landesamt Rheinland-Pfalz keine Daten zur Inflation. Die Commerzbank betonte, die Zahlen seien nur bedingt aussagekräftig.

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