August 30, 2018 / 12:16 PM / 24 days ago

Inflationsrate bleibt bei 2,0 Prozent - Kitakosten sinken

Berlin (Reuters) - Die Inflation in Deutschland verharrt auf vergleichsweise hohem Niveau.

People walk through the Mall of Berlin shopping centre during its opening night in Berlin, September 24, 2014. REUTERS/Thomas Peter/File Photo

Die durchschnittliche Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen blieb im August auf dem Juli-Wert von 2,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im Juni waren die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent gestiegen, im Mai um 2,2 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht für die Euro-Zone Werte von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Konjunktur an. “Die Inflation etabliert sich in Deutschland derzeit scheinbar bei rund zwei Prozent”, sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. “Das ist zum Teil Spiegelbild einer kräftigen Binnenwirtschaft.”

Preistreiber in Deutschland war erneut Energie, die sich mit 6,9 Prozent stärker verteuerte als zuletzt. Der Anstieg bei Nahrungsmitteln schwächte sich leicht ab auf 2,5 Prozent. Während Mieten um 1,6 Prozent zulegten, ließ die Teuerung bei Dienstleistungen nach und lag nur noch bei 1,4 Prozent. Hier dürfte eine Rolle spielen, dass etwa in Hessen Bildungskosten zum Teil kräftig sanken, erklärte Marco Wagner von der Commerzbank. “Für die geringere Kerninflation ist wohl verantwortlich, dass einige Bundesländer zum 1. August die Gebühren für die Kinderbetreuung in Kindergärten und Krippen gesenkt haben.” Bei der Kerninflation werden die schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert.

Die Energiepreise wiederum dürften sich in den kommenden Monaten nicht mehr ganz so stark auf die Teuerung auswirken wie zuletzt, sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank: “Bleibt ein weiterer Anstieg der Ölpreise aus, ist ein moderater Fall der Inflationsrate auf der Agenda.” Nach Zeuners Worten kann der Wert dauerhaft “nur auf dem aktuell gesunden Niveau bleiben”, wenn Löhne und Gehälter weiter dynamisch steigen. “Je mehr das in den Berufen mit Besetzungsengpässen der Fall ist, desto besser.”

Die EZB werde weiter die bereinigte Teuerung im Auge behalten, sagte Gitzel. “Die Hoffnung ist, dass die wirtschaftliche Erholung des Währungsraumes auch zu einem Anstieg der Kerninflationsrate führen wird.” Dann könnten die Zinszügel “zum Jahresende 2019 tatsächlich angezogen werden”.

Die hohe Inflation hatte im zweiten Quartal die Lohnzuwächse der Tarifbeschäftigten in Deutschland komplett aufgezehrt. Die Verdienste legten zwischen April und Juni um durchschnittlich 2,0 Prozent zu - die Verbraucherpreise ebenfalls. Experten rechnen aber damit, dass die Reallöhne 2018 das siebte Jahr in Folge zulegen dürften.

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