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Wirtschaftsnachrichten

Mehrwertsteuersenkung und billige Energie dämpfen Inflation

Euro banknotes and coins are displayed in a shop in Brussels, Belgium November 14, 2017. REUTERS/Eric Vidal

Berlin (Reuters) - Die gesenkte Mehrwertsteuer und fallende Energiekosten halten die deutsche Inflationsrate auf dem tiefsten Stand seit über fünfeinhalb Jahren.

Die Verbraucherpreise sanken im Oktober um 0,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Auch im September lag die Jahresteuerung auf diesem Wert. Einen größeren Rückgang hatte es zuletzt im Januar 2015 gegeben. Für die Europäische Zentralbank (EZB) sind sinkende Preise in der größten Volkswirtschaft der Währungsunion ein Problem, strebt sie doch eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an. “Bis mindestens Anfang nächsten Jahres ist kein Ende des fallenden Preistrends in Sicht”, konstatierte LBBW-Chefökonom Uwe Burkert. “Durch die jüngst beschlossenen Lockdown-Maßnahmen könnte sich die Phase negativer Inflationsraten sogar noch weiter in die Länge ziehen.”

Die Bundesregierung senkt die Mehrwertsteuer von Juli bis Ende 2020 vorübergehend von 19 auf 16 Prozent, um Konsum und Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln. “Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst”, erklärten die Statistiker.

Die sogenannte Kerninflation - ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel - dürfte auf 0,5 Prozent gesunken sein und bis Ende 2020 etwa auf diesem Niveau bleiben, sagte die Commerzbank voraus. “Im Januar 2021, wenn wieder die regulären Mehrwertsteuersätze gelten, dürfte sie allerdings um etwa ein Prozentpunkt nach oben springen”, führte Commerzbank-Experte Marco Wagner aus. “In der zweiten Jahreshälfte 2021 dürfte sie wegen des Basiseffekts der temporären Mehrwertsteuersenkungen sogar über zwei Prozent liegen.”

Waren verbilligten sich im Oktober um durchschnittlich 1,5 Prozent. Dabei fielen die Energiepreise mit minus 6,8 Prozent besonders kräftig. Nahrungsmittel dagegen verteuerten sich um 1,4 Prozent und damit etwas stärker als zuletzt. Dienstleistungen kosteten 1,0 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wobei die Nettokaltmieten um 1,3 Prozent zulegten.

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