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Preise in Deutschland steigen weiter - Butter deutlich teurer
28. September 2017 / 13:48 / in 22 Tagen

Preise in Deutschland steigen weiter - Butter deutlich teurer

Berlin (Reuters) - Der Inflationsdruck in Deutschland bleibt im September unverändert höher als in vielen anderen Euro-Ländern.

An employee prepares organic unpasteurised butter at a milk farm in Saint-Colomban, near Nantes, France, September 12, 2017. Picture taken September 12, 2017. REUTERS/Stephane Mahe

Die Verbraucherpreise stiegen im Schnitt um 1,8 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Auch von Reuters befragte Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die Inflationsrate auf dem August-Wert verharrt.. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euro-Raum eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an. “Die Preisentwicklung in Deutschland ist stabil”, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. “Solange höhere Lohnforderungen ausbleiben, ist das kräftige Wirtschaftswachstum der einzige Preistreiber.”

Nahrungsmittel verteuerten sich erneut und mit 3,6 Prozent noch einmal stärker als zuletzt. Allein der Preis für Butter lag in Nordrhein-Westfalen gut 74 Prozent über dem Vorjahreswert. Bundesweit erhöhten sich die Wohnungsmieten um 1,7 Prozent und die Energiepreise zogen binnen Jahresfrist um 2,7 Prozent an. In Hessen etwa mussten die Verbraucher beim Tanken gut vier Prozent mehr bezahlen.

KAUFLAUNE GUT - MARKTFORSCHER ERWARTEN KLEINE EINTRÜBUNG

Die Verbraucher müssen sich nach Ansicht führender Ökonomen auf weiter steigende Preise einstellen. Lag die Inflationsrate im vergangenen Jahr noch bei 0,5 Prozent, so dürfte sie sowohl 2017 als auch 2018 im Jahresschnitt bei 1,7 Prozent liegen und 2019 sogar bei 1,8 Prozent, wie aus dem Herbstgutachten für die Bundesregierung hervorgeht. Von August auf September kletterten die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent. Details wollen die Statistiker am 13. Oktober vorlegen.

Analystin Ulrike Kastens vom Bankhaus Sal. Oppenheim rechnet 2018 mit Tarifabschlüssen von 2,5 bis 3,0 Prozent. Die Arbeitnehmer hätten dann immer noch mehr Geld in der Tasche. “Der private Konsum wird auch im nächsten Jahr ein Wachstumstreiber bleiben.” Die Stimmung der Verbraucher ist seit Monaten auf sehr hohem Niveau. Angesichts steigender Preise und einer möglichen Hängepartie nach der Bundestagswahl wird sich die Kauflaune in Deutschland laut Marktforschern aber wohl etwas eintrüben. Die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sagt auf Basis einer Umfrage für Oktober einen Rückgang ihres Barometers um 0,1 auf 10,8 Punkte voraus. GfK-Experte Rolf Bürkl sagte Reuters, der Hauptgrund für die leichte Eintrübung der Stimmung sei der Rückgang bei den Einkommenserwartungen. “Hier dürfte die leicht anziehende Inflation eine Rolle spielen.”

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