July 31, 2019 / 10:40 AM / 4 months ago

Puma sieht sich gewappnet für Handelsstreit - Prognose erhöht

The logo of German sports goods firm Puma is seen at the entrance of one of its stores in Vienna, Austria, March 18, 2016. REUTERS/Leonhard Foeger

München (Reuters) - Puma lässt sich vom Handelsstreit zwischen den USA und China nicht aus der Spur bringen.

“Wir haben das so gut unter Kontrolle, wie man es unter Kontrolle haben kann”, sagte Puma-Chef Björn Gulden am Mittwoch im fränkischen Herzogenaurach. “Den Leuten in der Beschaffung hat das mehr Arbeit gemacht.” Nur ein Viertel der Schuhe und Hemden, die der weltweit drittgrößte Sportartikelkonzern in Amerika verkauft, kommt noch aus China. Noch vor fünf Jahren seien es 50 Prozent gewesen, sagte Gulden. Die ganze Produktion lasse sich aber nicht in andere Länder Asiens verlagern. Deshalb müssten sich die Verbraucher in den USA auf steigende Preise für Sportartikel einstellen, wenn die Regierung mit den Zöllen ernst mache, warnte Gulden.

Trotz des Ärgers schraubt Puma die Erwartungen nach oben. Der Umsatz werde in diesem Jahr währungsbereinigt um 13 Prozent statt wie bisher geplant um zehn Prozent zulegen. “Ich würde nicht sagen, dass das konservativ ist”, sagte Gulden. “Das ist ziemlich aggressiv.” Nach einem Zuwachs von 16 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten müsste Puma in der zweiten Jahreshälfte um zehn bis elf Prozent zulegen, um das Ziel zu erreichen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll auf 410 Millionen bis 430 Millionen Euro steigen. Das wären bis zu 28 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Bisher hatte Puma die Spanne 15 Millionen Euro niedriger angesetzt.

Nach sechs Monaten steht bereits ein Ebit von 223 Millionen Euro zu Buche, 31 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die noch rosigeren Aussichten trieben die Puma-Aktie um bis zu acht Prozent auf ein Rekordhoch von 62,95 Euro nach oben.

Zugute kommt Puma, dass die Marke in China weiterhin boomt. So könne man weitestgehend “in China für China” produzieren. Von Quartal zu Quartal steige die Nachfrage dort um 50 Prozent. “Ich kann dort in unserer Branche keinen Abschwung erkennen”, sagte der Vorstandschef. Dass nun die gleichen Produkte teilweise in zwei Ländern hergestellt werden, koste aber Geld. Zudem ringt Puma mit der Konkurrenz um die Kapazitäten in den Schuh- und Textilfabriken in China, Vietnam, Kambodscha oder Bangladesh. Adidas hatte zuletzt Engpässe in den USA eingeräumt. Um den Nachschub zu sichern, habe Puma die Lagerbestände um sieben Prozent aufgebaut. Auch in Europa habe die Nachfrage zwischen April und Juni wieder angezogen.

Anders als die Konkurrenz setzt Puma nicht massiv auf den Internet-Handel. “Wir wollen den Online-Absatz nicht maximieren, unsere Partner im Einzelhandel haben für uns Vorrang”, betonte Gulden. Nur etwa fünf Prozent verkaufe Puma an den Händlern vorbei direkt an die Kunden - deutlich weniger als der Rivale Adidas.

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