July 14, 2009 / 11:51 AM / in 11 years

Q-Cells überrumpelt Anleger mit schwachen Quartalszahlen

Düsseldorf (Reuters) - Der weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells hat die Investoren am Dienstag mit schwachen Quartalszahlen überrumpelt.

“Ein Anziehen des Marktes in den Monaten April bis Juni, mit dem die Branche gerechnet hatte, ist in der Breite für Q-Cells nicht eingetreten”, begründete das Unternehmen den überraschend verkündeten Umsatzeinbruch und einen operativen Verlust im zweiten Quartal. Zur Begründung verwies Q-Cells neben dem fortgesetzten Preisverfall auf niedrigere Absatzmengen und die Verschiebung eines Großprojektes in das dritte Quartal.

An der Börse ging es für die im TecDax notierte Q-Cells-Aktie daraufhin zwölf Prozent abwärts. Analyst Sven Kürten von der DZ Bank nannte die Zahlen “katastrophal”. Sie seien aber vor allem eine Enttäuschung, da Vorstandschef Anton Milner erst vor wenigen Tagen ein eher positives Interview gegeben und von einer zu erwartenden Markterholung gesprochen habe. Das Vertrauen der Investoren dürfte damit endgültig zerstört sein. Zudem könnte bei anhaltend schwacher Entwicklung die Finanzierung zum Problem werden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) berichtete von unterschiedlichen Signalen aus der Branche. “Die Stimmung ist aber vorsichtig optimistisch”, sagte BSW-Sprecher Sebastian Fasbender. Unverändert werde in Deutschland der Bau von Solaranlagen von 1,5 Gigawatt wie im Vorjahr erwartet. “Vielleicht wird es auch etwas mehr”, so Fasbender. Auch Solarworld als Produzent von Silizium, Wafern, Zellen und Modulen ergeht es eigener Einschätzung zufolge besser als Q-Cells. “Wir haben unseren Umsatz im ersten Halbjahr trotz einer 20-prozentigen Preisdegression auf Vorjahresniveau gehalten”, sagte Firmenchef Frank Asbeck der Nachrichtenagentur Reuters. Marke, Qualität und Vertriebswege zahlen sich bei Solarworld nach Ansicht von SES Research aus.

Q-CELLS NIMMT PROGNOSE FÜR 2009 ZURÜCK

Der Umsatz brach bei Q-Cells im zweiten Quartal binnen Jahresfrist um mehr als die Hälfte auf 142 Millionen Euro ein. Operativ verbuchte die Firma einen Verlust von 62 Millionen Euro nach einem Gewinn von 60 Millionen vor Jahresfrist. Zudem sei in der zweiten Jahreshälfte keine grundsätzliche Besserung der Geschäfte zu erwarten. Der Konzern kassierte daher - zum vierten Mal seit September - seine Umsatz- und Produktionsziele für das Gesamtjahr und wagte auch keine neuen Prognosen.

Der Vorstand kündigte vielmehr ein umfassendes Maßnahmenpaket an, das unter anderem eine Verschärfung der bisher eingeleiteten Kostensenkungen vorsieht. Details sollen am 13. August bei Veröffentlichung des vollständigen Quartalsberichtes bekanntgegeben werden.

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