March 29, 2018 / 1:15 PM / 4 months ago

Bericht rügt massive Probleme beim Militärtransporter A400M

Berlin (Reuters) - Airbus scheitert einem vertraulichen Bericht des Verteidigungsministeriums zufolge weiter daran, wesentliche Probleme beim Militärtransporter A400M abzustellen.

FILE PHOTO: An Airbus A400M aircraft flies during a display on the first day of the 52nd Paris Air Show at Le Bourget airport near Paris, France, June 19, 2017. REUTERS/Pascal Rossignol/File Photo

Weil die zahlreichen IT-Systeme zur Einsatzplanung nicht vernetzt seien, müssten vor jedem Flug umfangreiche Daten etwa zum Spritverbrauch von Hand zwischen den einzelnen Anwendungen ausgetauscht werden, heißt es im vertraulichen Teil des Rüstungsberichts, der Reuters vorliegt. “Dies kann für einen Hin- und Rückflug bis zu über 50 Mann-Stunden Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen, was aus operationeller Sicht nicht akzeptabel ist und deutlich verkürzt werden muss.”

Ein Sprecher des Konzerns erklärte, die aufgeführte Planungsdauer unterscheide sich deutlich von den Erfahrungen mit den A400M anderer Länder. “Die Missionsplanung einer taktischen Mission der französischen Luftwaffe dauert nach unseren Kenntnissen maximal 90 Minuten, Routinemissionen lediglich 40 bis 60 Minuten.”

In dem Bericht des Ministeriums wird dagegen beklagt, kurzfristige Einsätze zum Transport Verwundeter oder in der Katastrophenhilfe seien “mit diesem enormen Vorlauf nicht durchführbar”. Zudem könnten Einsätze wegen des Zeitbedarfs nicht kurzfristig geändert werden. Deswegen könnten unabhängig von der Größe der deutschen A400M-Flotte mit dem vorgesehenen Personal nur zwei Einsätze pro Woche mit dem Flugzeug geplant und vorbereitet werden. Kurzfristig zu planende Einsätze seien nur mit Hilfe eines Ausweichverfahrens möglich, das aber zu Einschränkungen bei der Beladung der Maschine führe. “Unter Inkaufnahme von Abschlägen bei der Nutzlast ermöglicht dieses Verfahren die Durchführung von Flugvorbereitungen in nur sechs bis zehn Stunden.”

Die Bundeswehr hat knapp 20 von insgesamt 53 bestellten A400M erhalten. Das pannengeplagte Flugzeug erfüllt dem Bericht zufolge weiter nicht alle Anforderungen. So kann der A400M Fallschirmjäger nicht gleichzeitig aus den beiden Seitentüren und über die Rampe im Heck absetzen. Weitere Risiken sieht der Rüstungsbericht bei der Selbstschutzanlage, was zu weiteren finanziellen Nachforderungen von Airbus führen könne. Wegen der Probleme beim A400M könnten der Luftwaffe einsatzfähige Flugzeuge fehlen, sobald die alternden Transall-Maschinen 2021 endgültig außer Dienst gestellt werden.

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