June 13, 2018 / 4:02 PM / 2 months ago

Bundeswehr bekommt erstmals bewaffnungsfähige Drohnen

Berlin (Reuters) - Die Bundeswehr erhält für rund eine Milliarde Euro erstmals bewaffnungsfähige Drohnen.

A soldier of German armed forces Bundeswehr puts final touch at a LUNA drone system at the ILA Berlin Air Show in Selchow near Schoenefeld south of Berlin, September 10, 2012. The ILA runs from September 11 till 16. REUTERS/Tobias Schwarz (GERMANY - Tags: TRANSPORT TRAVEL)

Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab am Mittwoch grünes Licht für die Anmietung von fünf Fluggeräten des Typs Heron TP vom israelischen Hersteller IAI, wie aus Kreisen des Ausschusses verlautete. Die Wartung übernimmt Airbus. Außerhalb des Einsatzes sollen die Drohnen in Israel stationiert werden. Für den Einsatz in einer ersten Mission würden weitere 100 Millionen Euro fällig, für eine zweite noch einmal 210 Millionen. Bisher nutzt die Bundeswehr in Afghanistan und Mali das Vorgängermodell Heron 1, das nicht bewaffnet werden kann.

Über die Beschaffung von Munition und Ausbildung deutscher Soldaten für den Einsatz der Waffen soll erst später entschieden werden. Unbewaffnet kann die Drohne wie schon Heron 1 Aufklärungseinsätze fliegen. In der vergangenen Legislaturperiode war die Beschaffung von Heron TP überraschend am Widerstand der SPD gescheitert. TP ist als Übergangslösung gedacht, bis frühestens 2025 europäische Drohnen einsatzbereit sein sollen. Der Vertrag für Heron TP soll bis 2027 laufen.

GRÜNEN KRITISIEREN VORBEREITUNG FÜR BEWAFFNUNG

Die Grünen lehnten die Beschaffung der Drohne ab, weil als Teil der Vertrages 50 Millionen Euro bereits für die technische Vorbereitung einer Bewaffnung ausgegeben würden. “Die groß angekündigte Debatte über die Bewaffnung von Drohnen verkommt durch die getroffenen Richtungsentscheidungen in diesem Vertrag zur Farce”, kritisierte der Grünen-Haushälter Tobias Lindner.

Der US-Konzern General Atomics, der das Konkurrenzmodell Predator B baut, hatte vergeblich gegen die Entscheidung pro Heron TP geklagt. Das Verteidigungsministerium begründete seinen Entschluss damit, dass Israel bereit sei, der Bundeswehr tiefen Einblick in die technischen Daten des Geräts zu gewähren. Predator B wäre dagegen mit einer sogenannten Black Box geliefert worden, in die die Deutschen nicht hätten hineinschauen können. Zudem arbeite die Bundeswehr seit Jahren mit dem Vorgängermodell Heron, was die Umstellung erleichtere.

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