April 20, 2018 / 2:43 PM / 7 months ago

Tarifstreit um Real verschärft - Verdi sieht "falsches Spiel"

People walk into a branch of German supermarket chain Real in Berlin February 14, 2013. Real, part of the world's fourth largest retailer Metro, said tests revealed traces of horsemeat in frozen lasagna on Wednesday. Real, which operates more than 300 stores across Europe's largest economy, said it had already removed the ready-meal from its shelves on Friday. REUTERS/Fabrizio Bensch (GERMANY - Tags: AGRICULTURE BUSINESS FOOD LOGO)

Düsseldorf (Reuters) - Der Tarifstreit um die Metro-Tochter Real spitzt sich zu.

Die Gewerkschaft Verdi warf Metro am Freitag “falsches Spiel zulasten der Belegschaft” vor, weil der Aufsichtsrat das operative Geschäft von Real gegen den Widerstand der Arbeitnehmer in die Metro Services GmbH überführt habe. Dort lägen Löhne und Gehälter mehr als 24 Prozent unterhalb des Flächentarifvertrages für den Einzelhandel. “Entweder soll die Braut Real zum Verkauf aufgehübscht werden, wobei die Beschäftigten das Brautkleid zahlen sollen, oder die Metro will mittelfristig Lohndumping für einen Großteil der Beschäftigten durchsetzen”, kritisierte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Metro betonte, der Beschluss des Real-Aufsichtsrats werde erst mit Eintragung ins Handelsregister gültig. Alle Arbeitsverhältnisse gingen dann auf die Metro Services über - “das heißt alle Bestandsmitarbeiter behalten ihren bestehenden Arbeitsvertrag”.

Mit der Abspaltung ergebe sich die Möglichkeit, “modernere und flexiblere Tarifverträge anzuwenden und zu verhandeln”, sagte der Metro-Sprecher. Verdi habe sich Verhandlungen über eine “neue wettbewerbsfähige Entgeltstruktur für neue Mitarbeiter bei Real verweigert”.

Metro dringt bei Real auf “wettbewerbsfähige Personalkosten”, um die Sanierung der Kette voranzutreiben. Die Lohnkosten bei tarifgebundenen Einzelhändlern liegen über denen, die nicht im Flächentarif sind. Metro-Chef Olaf Koch hatte erklärt, die Lohnkosten bei Real überstiegen die von Konkurrenten zum Teil um bis zu 30 Prozent.

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