June 3, 2019 / 12:50 PM / 16 days ago

Wirtschaft für GroKo-Fortsetzung - "Nicht in Panik auseinanderstieben"

The logos of the Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbaende BDA (Confederation of German Employers' Association (BDA), Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. BDI (Federation of German Industries) and Deutsche Industrie- und Handelskammer DIHK (Association of German Chambers of Industry and Commerce) are pictured at their common headquarters in Berlin, Germany, February 15, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - In der deutschen Wirtschaft mehren sich die warnenden Stimmen vor einem Platzen der großen Koalition.

“Derzeit ist die Stimmung der Unternehmen durch viele Unsicherheiten getrübt wie den Handelsstreit zwischen China und den USA oder den Brexit”, erklärte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. “Daher ist es für die hiesigen Unternehmen wichtig, dass solide Verhältnisse, hohe Verlässlichkeit und konkretes Regierungshandeln die politischen Schlagzeilen in Deutschland beherrschen.”

Ähnlich äußerten sich die Familienunternehmer. “Unsere Volkswirtschaft könnte am Ende eines langen Aufschwungs stehen, Deutschland muss jetzt auf schwierigere Zeiten vorbereitet werden”, sagte deren Präsident Reinhold von Eben-Worlée. “Auch mit Blick auf Europa – von der Besetzung einer neuen Kommission bis zur Begleitung des Brexits - kann sich die deutsche Regierung jetzt keine Auszeit nehmen.” Die Regierungsparteien sollten daher trotz schlechter Wahlergebnisse “nicht in Panik auseinanderstieben, sondern sich endlich auf zwei oder drei gemeinsame große Projekte verständigen”. Dazu könnten die Ausdehnung des CO2-Emissionshandels auf alle Sektoren gehören, ebenso die konsequente Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zur Entlastung von Bürgern und Betrieben von Bürokratie sowie eine Unternehmenssteuerreform, um dem drohenden Abschwung rechtzeitig etwas entgegenzusetzen.

“Sollte die Koalition platzen, setzt die Regierung die politische Stabilität aufs Spiel, die Deutschland immer auszeichnete”, warnte die Bundesvorsitzende der “Jungen Unternehmer”, Sarna Röser. “Wenn die Union und die SPD sich für gemeinsam Projekte zusammenreißen könnten, dann sollte die Groko fortbestehen.” Bisher habe die Regierungsarbeit einem stolprigen Hindernislauf geglichen. Es sei gegeneinander gearbeitet worden anstatt miteinander zu regieren.

Nach dem angekündigten Rücktritt von SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles hatten bereits die Mittelständler vor einer Neuwahl gewarnt. “Angesichts des einsetzenden Abschwungs in Deutschland und weltweiter Krisen braucht der Mittelstand Planungssicherheit und Stabilität”, sagt Mittelstandspräsident Mario Ohoven. “Neuwahlen und eine schwierige Regierungsbildung würden für Verunsicherung der Wirtschaft im In- und Ausland sorgen. Einen monatelangen Regierungsstillstand kann sich Deutschland nicht mehr leisten.”

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below