April 1, 2019 / 10:58 AM / 3 months ago

Rheinische Sparkassen für NordLB-Stützung und Konsolidierung

The logo of the Deutscher Sparkassen- und Giroverband DSGV (German Savings Banks Association) is pictured at their headquarters in Berlin, Germany, February 15, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Düsseldorf (Reuters) - Die rheinischen Sparkassen (RSGV) stellen sich hinter die Pläne für nur noch eine Landesbank in Deutschland.

“Die Sparkassen im Rheinland unterstützen die Weiterentwicklung des Landesbankensektors hin zur Sparkassenzentralbank”, sagte RSGV-Präsident Michael Breuer am Montag in Düsseldorf. Dabei gehe es aber nicht um eine “zusammengeschobene Super-Landesbank” mit einer Bilanzsumme von mehr als 600 Milliarden Euro. Vielmehr bräuchten die Institute eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Sparkassen-Zentralbank, die als umfassender Dienstleister agieren solle. Idealerweise solle sich die neue Zentralbank komplett im Besitz der Sparkassen-Familie befinden. Wegen der heterogenen Träger-Strukturen der Landesbanken sei aber ein “langer Atem” nötig. Der RSGV sei zudem auch für eine Stützung der NordLB durch die Sparkassen-Finanzgruppe.

Die NordLB muss Breuer zufolge kleiner und regionaler werden. “Die Zeiten risikoorientierter Landesbankenaktivitäten, die zu hohen Abschreibungen führen können, müssen auch in Niedersachsen vorbei sein”, unterstrich der RSGV-Chef: “Ich glaube, dass die Sparkassen-Gruppe ohne weltweite Schiffsfinanzierungen gut zurecht kommt.”

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis wirbt für ein von ihm als “Sparkassen-Zentralbank” bezeichnetes Spitzeninstitut im alleinigen Besitz der Sparkassen. “Wir unterstützen ihn”, sagte Breuer. Momentan gibt es mit der BayernLB, der LBBW, der Helaba, der NordLB und der SaarLB noch fünf Landesbanken in Deutschland. Während die Helaba sich mehrheitlich im Besitz der Sparkassen befindet, hält bei der BayernLB der Freistaat Bayern drei Viertel der Anteile. Auch bei der LBBW sind die Sparkassen in der Minderheit, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart halten zusammen rund 60 Prozent an der größten deutschen Landesbank. Bei den Mehrheitseigentümern der BayernLB und der LBBW stößt die Idee einer “Sparkassen-Zentralbank” bislang auf wenig Gegenliebe.

Wegen fauler Schiffskredite und einer dünnen Kapitaldecke braucht die NordLB eine Finanzspritze von rund 3,5 Milliarden Euro. Niedersachsen und Sachsen-Anhalt kommen bei der geplanten Auffanglösung mit knapp 2,4 Milliarden Euro für den Löwenanteil auf, Sparkassen und andere Landesbanken schießen zusammen etwa 1,1 Milliarden Euro zu - der RSGV wäre Breuer zufolge mit rund 50 Millionen Euro beteiligt. “Wir sind mitten in Gesprächen”, sagte er. In den kommenden Tagen stünden wichtige Sitzungen zur NordLB innerhalb der Sparkassen-Familie an: “Ich hoffe, dass wir diese Woche einen großen Schritt nach vorn machen können.”

Auch abseits der Landesbanken setzt Breuer auf Zusammenschlüsse. Die beiden Sparkassen-Versicherer im Norden und Westen Deutschlands sollen fusioniert werden. Aus der Provinzial Nordwest und der Provinzial Rheinland soll so der zweitgrößte öffentliche Versicherer in Deutschland entstehen. Aktuell liefen Bewertungsprozesse für den Zusammenschluss, sagte Breuer. Bis zum Sommer sollen Ergebnisse vorliegen.

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