January 19, 2011 / 6:51 AM / 8 years ago

Kostendruck im Gesundheitssystem lässt Rhön-Klinikum kalt

Frankfurt (Reuters) - Rhön-Klinikum startet trotz Belastungen durch die Gesundheitsreform optimistisch ins Jahr 2011.

Der private Klinikbetreiber sei Kostendruck im Gesundheitssystem gewohnt und werde auch die Einschnitte im Zuge der aktuellen Reform wegstecken, sagte Finanzchef Erik Hamann am Dienstag zu Reuters Insider TV. Folglich werde das Unternehmen aus dem fränkischen Bad Neustadt auch 2011 mehr Gewinn machen, bekräftigte der Manager. “Wir haben, seit wir an der Börse sind, unsere Prognose immer eingehalten, und wir haben auch nicht vor, das zu ändern.”

Rhön-Klinikum hat für das abgelaufene Jahr einen Umsatz von 2,55 Milliarden Euro und einen Gewinn von 145 Millionen in Aussicht gestellt. 2011 soll der Umsatz auf 2,65 Milliarden Euro und der Gewinn auf rund 160 Millionen steigen. Krankenhäuser in Deutschland müssen im Zuge der Gesundheitsreform mit geringen Zuwächsen der Klinikentgelte auskommen. Dadurch sollen in diesem Jahr 500 Millionen Euro und 2012 rund 570 Millionen Euro eingespart werden. Laut Hamann ist Rhön-Klinikum auf die neuen Einschnitte vorbereitet: “Wir setzten auf Volumenexpansion und versuchen, die Personalkosten im Zaum zu halten.”

An der Börse kamen die Aussagen gut an. Die im MDax notierte Rhön-Klinikum-Aktie baute ihr Plus zeitweise auf 2,5 Prozent aus schloss knapp zwei Prozent höher bei 17,17 Euro.

VERKAUFSDRUCK AUF SCHWÄCHERE KLINIKEN DÜRFTE 2011 STEIGEN

Rhön-Klinikum sieht die am 1. Januar in Kraft getreten Gesundheitsreform mit gemischten Gefühlen. “Der Preisdruck hat für uns den Nachteil, dass die Gewinne nicht so schnell steigen, wie sie sonst könnten”, sagte Hamann. Andererseits steige dadurch der Verkaufsdruck auf andere Häuser. Rhön-Klinikum ist auf den Erwerb und die Sanierung defizitärer Krankenhäuser spezialisiert und zählt mit Asklepios und der Fresenius-Tochter Helios zu den größten privaten Klinikbetreibern in Deutschland.

Hamann zeigte sich in dem Interview am Rande einer Investorenkonferenz von Cheuvreux in Frankfurt zuversichtlich, dass die fränkische Klinikkette 2011 mehr Krankenhäuser übernehmen kann als im vergangenen Jahr. 2010 seien in Deutschland zwar rund 20 Krankenhäuser verkauft worden, die meisten hätten aber nicht den Kriterien des Unternehmens entsprochen. “Im letzten Jahr waren wir sparsam, weil die Konditionen nicht da waren. In diesem Jahr wollen wir schon ein bisschen mehr machen”, kündigte Hamann an. Derzeit sehe sich der Konzern unter anderem ein Projekt in Aschersleben in Sachsen-Anhalt an, erklärte er. Auch am Uniklinikum in Kiel und Lübeck an das Unternehmen Interesse angemeldet.

- von Andreas Kröner und Eva Kühnen -

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