November 6, 2008 / 12:32 PM / in 11 years

FOKUS 1-Rhön-Klinikum sieht mehr Chancen für Zukäufe

Frankfurt, 06. Nov (Reuters) - Der Klinikbetreiber Rhön-Klinikum(RHKG.DE) erwartet angesichts klammer Kassen der Kommunen und Länder wieder mehr Privatisierungen im deutschen Krankenhausmarkt. “Wenngleich die Gesundheitsbranche wegen der steigenden Nachfrage krisen- und konjunkturunabhängig ist, wird die Lage insbesondere für öffentliche Krankenhäuser enger”, sagte Vorstandschef Wolfgang Pföhler am Donnerstag auf einer Analystenkonferenz in Frankfurt. Der Konzern, der zu den größten drei privaten Klinikbetreibern in Deutschland gehört, verspricht sich deshalb mehr Gelegenheiten für Zukäufe. “Wir sind in einer Reihe von Gesprächen und Verhandlungen”, sagte Pföhler.

In den vergangenen zwei Jahren waren die Zukaufsmöglichkeiten wegen der guten Konjunktur dürftig. 2008 ist dem Konzern mit dem St. Petri-Hospital in westfälischen Warburg bislang nur eine Klinikübernahme geglückt. Der letzte Kauf davor war im Januar 2007. Der Vorstand hatte sich aber bereits optimistisch geäußert, dass der Privatisierungsdruck mit der erwarteten Konjunkturabschwächung wieder zunimmt. “Als Folge der Finanzkrise werden die öffentlichen Hände Einbrüche bei den Steuereinnahmen zukünftig verzeichnen. Für sie wird es damit zunehmend schwieriger, etwaige Verluste ihrer Kliniken abzudecken”, urteilte Pföhler nun. Damit dürften künftig wieder mehr öffentliche Kliniken von der Schließung bedroht sein und die Preise für diese weiter sinken.

Aber auch ohne weitere Klinikübernahmen will Rhön seinen Wachstumskurs fortsetzen. Im kommenden Jahr strebt der fränkische Konzern einen Umsatzanstieg von knapp zehn Prozent auf 2,3 Milliarden Euro an. Darin sind Übernahmen noch nicht berücksichtigt. Der Nettogewinn soll sich auf 125 bis 135 Millionen Euro erhöhen - 123 Millionen Euro peilt Rhön für dieses Jahr an. Der Vorstand geht zwar davon aus, dass die anstehenden Änderungen in der Krankenhausfinanzierung zu einer “gewissen Entlastung” führen werden. Gleichzeitig hat der Konzern aber mit steigenden Personal- und Sachkosten zu kämpfen.

Kompensieren will Rhön dies mit einer Ausweitung seines Leistungsangebotes und dem Ausbau der ambulanten Versorgung über medizinische Versorgungszentren. Das operative Geschäft hat der Konzern deshalb nun in zwei Bereiche - die ambulant-stationäre Versorgung sowie die Akutmedizin - aufgeteilt und den Vorstand um zwei auf acht Mitglieder erweitert.

Reporter: Patricia Gugau; redigiert von Sabine Wollrab

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