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Linke - Riester-Rente ist krachend gescheitert

Euro currency bills are pictured at the Croatian National Bank in Zagreb, Croatia, May 21, 2019. Picture taken May 21, 2019. REUTERS/Antonio Bronic

Berlin (Reuters) - Der neue Alterssicherungsbericht der Bundesregierung belegt nach Einschätzung der Linken ein Scheitern der ergänzenden, mit mittlerweile 40 Milliarden Euro geförderten Riester-Rente.

“Die Riester-Rente und das sogenannte Drei-Schichten-Modell sind krachend gescheitert”, sagte Matthias Birkwald von der Linksfraktion im Bundestag am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Rentenexperte berief sich dabei auf neue Zahlen im Reuters vorliegenden, noch unveröffentlichten Entwurf des Alterssicherungsberichts 2020 der Bundesregierung. Birkwald forderte, die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge abzuschaffen und die eingesparten Mittel stattdessen für Leistungsverbesserungen in der gesetzlich Rente zu nutzen.

Die 2002 eingeführte Riester-Rente ist umstritten, zumal in der Niedrigzinsphase Versicherungsunternehmen damit hadern. Die Versicherungswirtschaft fordert eine Reform, mit dem Ziel, unter anderem die Garantiezusage für den Erhalt es eingezahlten Kapitals aufzuweichen. Union und SPD hatten sich 2018 eine Reform vorgenommen. Darüber laufen Gespräche, ohne dass Ergebnisse bekanntgeworden wären.

Birkwald verwies darauf, dass der Anteil der Beschäftigten mit einer Riester-Rente seit 2012 von 35,6 auf 29,6 Prozent zurückgegangen sei. Auch die Verbreitung der Betriebsrenten stocke. Daher träfen nur noch 18,1 Prozent der Beschäftigten in allen drei Schichten (Rente sowie betrieblich und privat) Vorsorge. 2012 habe der Anteil noch bei 20,2 Prozent gelegen.

Im Entwurf des Alterssicherungsberichts heißt es, Ende Juni 2020 habe es noch rund 16,4 Millionen Riester-Verträge bei den Anbietern gegeben. 2019 sei die Zahl um etwa 70.000 gesunken. Der Rückgang der Verbreitungsquote bei der betrieblichen Altersvorsorge hänge mit dem Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre zusammen: Dieser habe überwiegend nicht in Bereichen stattgefunden, in denen betriebliche Altersvorsorge weit verbreitet sei.

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