March 30, 2012 / 11:19 AM / 8 years ago

Bosch bekommt neuen Chef - erst den siebten seit 1886

View of the entrance of German automotive parts manufacturer Robert Bosch Belgian plant in Tienen April 21, 2009. REUTERS/Thierry Roge (BELGIUM BUSINESS)

Stuttgart (Reuters) - Der weltgrößte Autozulieferer Robert Bosch bekommt seinen siebten Chef in 126 Jahren Firmengeschichte: Der 55 Jahre alte Volkmar Denner löst im Juli Franz Fehrenbach als Vorsitzenden der Geschäftsführung ab, wie das Unternehmen am Freitag in Stuttgart mitteilte.

Der Physiker Denner ist in der Bosch-Führung bisher für Forschung und Entwicklung verantwortlich. Wirtschaftsingenieur Fehrenbach rückt am 1. Juli - seinem 63. Geburtstag - auf den Posten des Aufsichtsratschefs und des Chefs der Robert Bosch Industrietreuhand KG, die als Gesellschafter indirekt die Strategie für den Konzern vorgibt.

Damit endet eine Ära: 50 Jahre nach seinem Start bei Bosch und kurz nach seinem 77. Geburtstag wird Hermann Scholl, Aufsichtsratschef und früherer Vorsitzender der Geschäftsführung, den Konzern endgültig verlassen. Scholl war der Vorgänger von Fehrenbach, der Bosch seit neun Jahren operativ führt. Mit Fehrenbachs Namen verbunden ist eine Öffnung des unter Scholl sehr verschlossenen Konzerns.

Denner arbeitet seit 1986 für Bosch. Er galt als einer der möglichen Nachfolger von Fehrenbach. Als sein Vorteil erwies es sich, dass er nicht nur für den dominierenden Automobilbereich tätig ist, sondern als Entwicklungschef übergreifend für alle Sparten. Auch der Chef der Automobilsparte, Bernd Bohr, war als Kandidat genannt worden. Fehrenbach war es wie seinem Vorgänger Scholl nicht gelungen, die Abhängigkeit von Bosch von der Automobilindustrie maßgeblich einzudämmen. Hatte Scholl den Maschinenbauer Mannesmann-Rexroth und den Heizungshersteller Buderus gekauft, stieg der Konzern unter Fehrenbach in die Solarindustrie ein.

Dennoch macht Bosch mit Automobiltechnik immer noch rund 60 Prozent des Umsatzes. In Scholls 30-jähriger Vorstandsära hatte Bosch vor allem in der Autoelektronik den Vorreiter gespielt - so entwickelten die schwäbischen Ingenieure unter anderem die elektronische Benzineinspritzung, das Antiblockiersystem (ABS), das Elektronischen Stabilitäts-Programm (EPS) und das Diesel-Einspritzsystem Common Rail, die heute zum Standard in den meisten Fahrzeugen gehören.

Auch der neue Konzernchef Denner hatte in der Autosparte von Bosch begonnen. Er arbeitet seit 26 Jahren für Bosch und stieg 2006 in die Geschäftsführung auf. Seit 2010 ist er für die Forschung und Vorausentwicklung, die Technikkoordination und die Produktplanung zuständig. Zudem führt er die Geschäftsbereiche Automotive Electronics und Car Multimedia. Die beiden letzteren Funktionen gibt er im Juli an Dirk Hoheisel ab. Der 53-Jährige Elektrtechnik-Ingenieur, seit 1990 bei Bosch, arbeitet derzeit im Karosserie-Bereich in der Entwicklung und rückt nun in die Geschäftsführung auf.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below