December 4, 2019 / 11:50 AM / 3 days ago

Russische Diplomaten nach Mord an Georgier in Berlin ausgewiesen

The 'Golden Victoria' monument on top of the Siegessaeule (victory column) is silhouetted against a dark cloudy sky framed by trees of the Tiergarten park in Berlin, Germany, May 15, 2016. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin/Moskau (Reuters) - Der Mord an einem Georgier in Berlin hat Spannungen zwischen den Regierungen in Berlin und Moskau ausgelöst.

Das Auswärtige Amt erklärte am Mittwoch zwei russische Diplomaten zu unerwünschten Personen, nachdem die Bundesanwaltschaft mitteilte, es gebe Anhaltspunkte für einen Mord entweder im Auftrag staatlicher Stellen der Russischen Föderation oder der Autonomen Tschetschenischen Republik. Russland wies umgehend jede Verwicklung in den Mordfall zurück und drohte mit Blick auf die Ausweisung der Diplomaten mit entsprechenden Gegenmaßnahmen.

Der Georgier Tornike K. war im August im Berliner Tiergarten mit Schüssen in Kopf und Körper getötet worden. Kurz darauf war ein Verdächtiger festgenommen worden, als er versuchte, die mutmaßliche Tatwaffe in einen Fluss zu werfen. Der Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Der Getötete war im Tschetschenien-Krieg auf Seiten anti-russischer Separatisten aktiv. Er ging, wie auch viele andere Kämpfer, ins Exil und lebte seit 2016 in Deutschland.

Russland habe “trotz wiederholter hochrangiger und nachdrücklicher Aufforderungen” kaum bei der Aufklärung des Mordes mitgeholfen, begründete das Auswärtige Amt das Vorgehen gegen die russischen Diplomaten. Die Bundesanwaltschaft zog die Ermittlungen an sich. Sie geht von einem politischen Hintergrund der Tat aus. Der Tatverdächtige Vadim K. ist nach Angaben der deutschen Ermittler auch russischen Behörden bekannt. Demnach fahndeten 2014 russische Ermittler nach dem Mann. Allerdings wurde ein Jahr später die offizielle Fahndungsmitteilung gelöscht. Ursprünglich wurde Vadim K. diesen Angaben zufolge wegen eines im Juni 2013 in Moskau begangenen Mordes gesucht.

“Das ist eine absolut haltlose Spekulation”, sagte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zu dem Verdacht, russische Behörden könnten in den Berliner Mordfall verwickelt sein. “Dieses Thema wird von den deutschen Medien irgendwie aufgebauscht. Aber das bedeutet nicht, dass die Dinge so gelaufen sind.” Die Ausweisung der beiden Mitarbeiter der russischen Botschaft in Berlin sei “unbegründet und unfreundlich”, erklärte das Außenministerium in Moskau laut russischen Nachrichtenagenturen. “Wir werden gezwungen sein, eine Reihe von reziproken Maßnahmen zu ergreifen.”

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