December 3, 2019 / 8:59 AM / 13 days ago

Geschäftsaussichten für deutsche Firmen in Russland bleiben trübe

A view shows a building of Russia's Ministry of Foreign Affairs and the Christ The Savior cathedral in Moscow, Russia September 7, 2019. REUTERS/Tatyana Makeyeva

Berlin (Reuters) - Das Geschäftsklima in Russland bleibt für deutsche Unternehmen schwierig.

Das betrifft sowohl Firmen vor Ort als auch Exporte dorthin. Gewinner sind oft chinesische Konzerne, die angesichts der Sanktionen des Westens gegen Russland im Zuge des Ukraine-Konflikts immer stärker in die Lücken vorstoßen. 85 Prozent der deutschen Unternehmen geben in einer Umfrage an, dass die Konkurrenz durch Chinesen in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat. Der Vorstandschef der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, sagte am Dienstag in Berlin, selbst im Maschinenbau seien die Chinesen in Russland an Deutschland vorbeigezogen und nun führend. Nur bei Großanlagen seien deutsche Firmen noch tonangebend. “China wird besser in der Qualität und ist immer noch günstig.”

Deutsche Unternehmen beklagen in Russland vor allem die Bürokratie und die schwache Konjunktur. Das geht aus einer Umfrage des Ostausschusses und der AHK unter 112 deutschen Unternehmen hervor, die in Russland über 144.000 Beschäftigte haben und auf einen Umsatz von gut 18 Milliarden Euro kommen. 39 Prozent gaben dabei an, dass sich das Geschäftsklima dieses Jahr nicht verändert hat. 31 Prozent sehen eine Verschlechterung, 30 Prozent eine Verbesserung.

Die Exporte Richtung Russland sind in den ersten neun Monaten um 2,5 Prozent gestiegen. Das Volumen liegt aber noch deutlich unter dem Rekordniveau von 2012. Danach dämpften die Sanktionen die Geschäfte. Russland sei für die deutsche Wirtschaft nur noch der viertwichtigste Partner in Osteuropa hinter Polen, Tschechien und Ungarn, sagte Michael Harms vom Ostausschuss der deutschen Wirtschaft. “Größere Wachstumssprünge sind auch für das Jahr 2020 nicht zu erwarten.” 29 Prozent der befragten Unternehmen rechnen nächstes Jahr mit steigenden Exporten, fast zwei Drittel gehen aber von einer Stagnation aus.

Die deutschen Unternehmen hoffen weiter auf eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland - 51 Prozent wollen, dass dies in mehreren Schritten umgesetzt wird, 42 Prozent sofort. Die Sanktionen gehen auf die Annektierung der Halbinsel Krim zurück und die Unterstützung pro-russischer Separatisten im Osten der Ukraine. Seitdem ist der russisch-chinesische Handel deutlich größer geworden. Noch diese Woche trifft eine Delegation der deutschen Wirtschaft Russlands Präsident Wladimir Putin. Harms sagte, mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stünden die Zeichen zumindest etwas auf Entspannung. Für den 9. Dezember ist in Paris ein Gipfeltreffen im sogenannten Normandie-Format geplant, an dem die Staats- und Regierungschefs von Russland, der Ukraine, Frankreich und Deutschland teilnehmen.

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