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Unternehmensnachrichten

Umweltschützer kaufen RWE Ökokurs nicht ab

The logo of German utility and and energy supplier RWE is pictured next to a traffic light outside RWE's lignite power plant in Weisweiler near the western German city of Aachen, Germany, January 28, 2020. REUTERS/Wolfgang Rattay

Düsseldorf (Reuters) - Die Gegner der Kohleverstromung in Deutschland lassen auch nach dem beschlossenen Kohleausstieg nicht locker.

Mitglieder der Organisationen “Ende Gelände” und “Einsatz Kohlestopp” besetzten am Freitag anlässlich der Hauptversammlung des Energiekonzerns RWE Bagger im Braunkohletagebau Garzweiler. Auch in der Lausitz in Ostdeutschland gebe es Protestaktionen, hieß es in einer Mitteilung der Organisation. Die Proteste richteten sich gegen das Kohlegesetz, das am 3. Juli vom Bundestag beschlossen werden soll. Danach soll die Kohleverstromung hierzulande bis 2038 beendet werden, wofür der Staat die Versorger mit Milliardensummen entschädigt.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hob in seiner bereits zuvor veröffentlichten Rede hervor, dass sich der Versorger derzeit zu einem der größten Ökostromkonzerne Europas wandelt. “Wir wollen fünf Milliarden Euro netto in Erneuerbare Energien und Speicher investieren”, erklärte der Manager auf Hauptversammlung, die wegen der Coronakrise virtuell abgehalten wurde. “Allein für Projekte in Deutschland sind 20 Prozent unserer Nettoinvestitionen vorgesehen, also rund 1 Milliarde Euro.” Seine weltweit installierten Kapazitäten von Wind und Sonne will RWE von rund neun auf über 13 Gigawatt steigen.

UNION INVESTMENT: RWE BRAUCHT EINE NEUE EQUITY-STORY

Die Aktionäre konnte Schmitz, der im kommenden Jahr die Führung an Finanzchef Markus Krebber abgibt, nur teilweise überzeugen. “RWE braucht eine neue Equity Story”, forderte der Portfoliomanager der Fondsgesellschaft Union Investment, Thomas Deser. Der Kapitalmarkt wisse nicht mehr, wofür RWE eigentlich stehe. “Die Dividendenrendite ist unattraktiv geworden. RWE ist kein Dividendentitel mehr und auf Jahre auch noch kein Erneuerbare-Energien-Titel.” Hinzu komme ein kompliziertes Trading-Geschäft und der Einfluss der Politik. “Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes.”

Schmitz bekräftige die Jahresziele, wonach 2020 das bereinigte Ebitda zwischen 2,7 und 3,0 Milliarden Euro erreichen soll. Er betonte, dass der Versorger vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommen sei. “Auch wenn in den letzten Monaten die Stromnachfrage etwas zurückgegangen ist, so hat Corona aktuell kaum Einfluss auf unser operatives Geschäft.” Das Geschäftsmodell habe sich als robust erwiesen.

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