November 23, 2010 / 2:46 PM / 8 years ago

RWE und RAG planen Ökostrom-Kraftwerke auf Kohlehalden

Essen (Reuters) - Die Kohlehalden im Ruhrgebiet könnten schon bald zu Ökostrom-Vorzeigeprojekten werden.

Die Konzerne RWE und RAG wollen auf einer Halde in der Nähe von Hamm ein kombiniertes Kraftwerk aus Windkraft und Pumpspeicher errichten, das zum Vorbild für weitere Anlagen in der Republik werden könnte. Die Anlage könne Ende 2014 in Betrieb gehen, sagte der Chef der Ökostromtochter RWE Innogy, Fritz Vahrenholt, am Dienstag in Essen. RWE will rund 60 Millionen Euro in das Projekt investieren, die RAG erhält für die Bereitstellung der Fläche von dem Versorger eine Pacht.

“Nur fünf bis zehn Prozent der Windenergie stehen immer zur Verfügung”, sagte Vahrenholt. Zudem gebe es wegen des Ausbaus des Ökostroms an immer mehr Tagen im Jahr ein Überangebot von Strom. Daher sei die Speicherung des Stroms der Schlüssel zum Erfolg. In Zeiten hohen Windaufkommens soll auf der Halde Sundern das Wasser des Pumpspeicherkraftwerks von einem tiefliegenden See in einen See auf der rund 50 Meter hohen Abraumhalde gepumpt werden. In Zeiten hoher Stromnachfrage werde das Wasser über eine Turbine, die Strom erzeugt, wieder in den unteren See gelassen. Das Pumpsspeicherwerk solle eine Leistung von 15 bis 20 Megawatt haben - genug, um an die 8000 Haushalte über sechs Stunden am Tag mit Energie zu versorgen.

“KOHLEHALDEN ZU WINDPARKS” - WEITERE PROJEKTE MÖGLICH

Natürlich ließen sich mit den Kohlehalden im Ruhrgebiet nicht die gesamten Speicherprobleme lösen, sagte Vahrenholt. “Wir müssen zeigen, dass wir jede Speichermöglichkeit nutzen.” Sollten alle Halden in Nordrhein-Westfalen genutzt werden, könnte die gesamte Leistung bei rund 200 Megawatt liegen. “Zwischen vier und acht Halden halten wir im Ruhrgebiet für möglich”, sagte RAG-Chef Bernd Tönjes. Im Saarland könnten mit dortigen Versorgern ähnliche Projekte auf Halden der RAG vorangetrieben werden. Sein Konzern will nun mit RWE die Möglichkeiten für das Projekt in Sundern ausloten. Bei einem positiven Ergebnis könnte die Detailplanung 2011 beginnen.

Für den Kohlekonzern erschließen sich mit dem Ökostrom neue Möglichkeiten für den Strukturwandel. Auf einem ehemaligen Zechengelände in Gelsenkirchen werden bereits schnell wachsende Gehölze wie Pappeln und Weiden angepflanzt, die als Brennstoff dienen sollen. “Strom lässt sich auch über Photovoltaikanlagen produzieren, für die RAG große Dachflächen, beispielsweise der Kohlenmischhallen zur Verfügung stellen kann”, sagte Tönjes. Auch beim Stichwort Geothermie könne das Unternehmen mitmischen. “Über 50 offene Schächte der RAG ermöglichen den risikolosen Zugang zur Erdwärme, da nicht gebohrt werden muss.”

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