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Insider - RWE nimmt Uniper-Kraftwerke ins Visier
20. Oktober 2017 / 05:18 / in einem Monat

Insider - RWE nimmt Uniper-Kraftwerke ins Visier

Düsseldorf (Reuters) - Der Energiekonzern RWERWE.DE nimmt mitten im Übernahmestreit um den Versorger Uniper Kraftwerke des Konkurrenten unter die Lupe.

RWE logo in Essen, Germany, March 14, 2017. Reuters/Thilo Schmuelgen - LR1ED3E0VITBW

RWE schaue sich in seinen Märkten Deutschland, den Benelux-Staaten und Großbritannien Gas- und Kohlekraftwerke an, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Uniper verfüge über Anlagen, die für RWE im Fall eines Weiterverkaufs interessant wären. “Marktgerüchte kommentieren wir nicht”, sagte eine RWE-Sprecherin. Zu Uniper wolle man sich auch nicht äußern. “Wir prüfen alle Optionen und alle heißt alle”, hatte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz allerdings in der Vergangenheit selbst einen Kauf von Uniper nicht ausgeschlossen.

Die frühere E.ON-Tochter stemmt sich gegen eine Übernahme durch den finnischen Versorger Fortum. E.ON hat bereits zugesagt, sein Restpaket an Uniper von 47 Prozent für 3,8 Milliarden Euro an Fortum Anfang 2018 zu veräußern. Branchenexperten rechnen damit, dass die Finnen auch eine Mehrheit zusammenbekommen, obwohl sie nur 22 Euro je Uniper-Aktie bieten. Das Papier liegt inzwischen bei über 24 Euro.

RWE KÖNNTE MIT UNIPER-KRAFTWERKEN POSITION AUSBAUEN

Fortum-Chef Pekka Lundmark hatte betont, Uniper nicht zerschlagen zu wollen. Branchenexperten gehen aber davon aus, dass die Finnen mehr an den Geschäften von Uniper in Skandinavien interessiert sind, wozu Wasserkraftwerke und Beteiligungen an Kernkraftwerken gehören. Auch das russische Kraftwerksgeschäft sei attraktiv. Die Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland und den Nachbarstaaten passten weniger in die Strategie. Das “Handelsblatt” zitierte Fortum-Chef Lundmark am Freitag mit den Worten, sein Konzern spreche mit niemanden über den Verkauf von Uniper-Teilen.

Branchenexperten gehen davon aus, dass es spätestens nach einer Übernahme nicht dabei bleiben wird. RWE könne sich bei Uniper die Rosinen rauspicken, sagte einer. Konzernchef Schmitz habe deutlich gemacht, dass er das Geschäft mit der Stromerzeugung auch durch Zukäufe von Kraftwerken stärken wolle. RWE könne damit seine Bedeutung für eine sichere Energieerzeugung rund um die Uhr ausbauen und mehr Druck auf die Politik für einen Kapazitätsmarkt ausüben, hatte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer, Reuters jüngst gesagt. “Zusammen wären sie schon ein Pfund.”

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