February 6, 2020 / 12:52 PM / 10 days ago

Südafrika hofft auf deutsche Hilfe für Energieversorgung

German Chancellor Angela Merkel reacts with South Africa's President Cyril Ramaphosa, during a media briefing at the Union Buildings in Pretoria, South Africa February 6, 2020. REUTERS/Siphiwe Sibeko

Pretoria (Reuters) - Südafrika möchte deutsche Hilfe beim Aufbau einer verlässlichen Energieversorgung.

Sein Land beziehe derzeit vor allem Strom aus Kohlekraftwerken, sagte der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa bei einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel am Donnerstag in Pretoria. Man hoffe, von deutscher Erfahrung beim Übergang von Kohle zu anderen Energieträgern zu profitieren. Merkel bot Hilfe beim Umstieg auf Erneuerbare Energien und kleine Gaskraftwerke an. Ältere, wenig effiziente Kohlekraftwerke sollten bei einem Umstieg ersetzt werden.

Ramaphosa kündigte an, dass künftig in Südafrika auch Unternehmen und Gemeinden selbst Strom produzieren können. Südafrika leidet unter häufigen täglichen Stromausfällen. Rund 90 Prozent des Stroms werden aus Kohle produziert. Merkel bezeichnete den Umstieg für ein Land wie Südafrika als “Herkulesaufgabe”. Während die südafrikanische Regierung auch Hilfe bei der Modernisierung von Kohlekraftwerken möchte, hat die Bundesregierung 2017 die staatliche Förderung des Baus, aber auch der Modernisierung von Kohlemeilern gestoppt. Umweltschutzbewegungen kritisieren die Beteiligung von Unternehmen am Bau der Meiler.

Der Umbau der Energieversorgung in dem bevölkerungsmäßig stark wachsenden Afrika gilt als eine Hauptaufgabe im weltweiten Kampf gegen den Klimawandel. Zwar sind die CO2-Emissionen im Vergleich zu China, den USA oder Europa derzeit noch gering. Aber auf dem Kontinent sind Hunderte neuer Kohlekraftwerke in Planung. Merkel mahnte deshalb bei ihrem Besuch ein Umsteuern an. “Hier in Südafrika kann man sehen, dass die Schäden zum Teil schon eingetreten sind. Das heißt, es geht zum einen um die Anpassung, aber es geht zum anderen eben auch darum, bei den CO2-Emissionen besser zu werden”, sagte sie. Die Umweltminister beider Länder würden sich im März treffen. Ramaphosa sagte, er sei sehr an den deutschen Erfahrungen der Energiewende und Absicherungen für frühere Kohleregionen interessiert.

Südafrika ist mit einem Handelsvolumen von rund 17 Milliarden Euro der mit Abstand wichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands in Afrika - bei weiter wachsendem Handelsvolumen. “Südafrika wirkt wie ein träger Riese, bei dem die Reformfreunde seit Jahren nachgelassen hat”, hatte der Vorsitzende des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Stefan Liebing, im Reuters-Interview allerdings kritisiert.

Merkel kündigte verstärkte Hilfe für den Ausbau der beruflichen Bildung in dem Land an, in dem rund 600 deutsche Unternehmen aktiv sind. Sie betonte bei einem Wirtschaftsforum die Bedeutung der geplanten Freihandelszone der afrikanische Staaten. In einer Debatte mit Studenten an der Universität Pretoria forderte sie zudem einen entschiedenen Kampf gegen Korruption. Dafür brauche es auch in afrikanischen Ländern eine lebendige Zivilgesellschaft. Merkel wird nach Südafrika am Freitag auch Angola besuchen.

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