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Unternehmensnachrichten

Turbulenzen bei Saarstahl - Ex-Thyssenkrupp-Stahlchef neuer Boss

A steel worker stands amid sparks of raw iron coming from a blast furnace at a ThyssenKrupp steel factory in Duisburg, Germany, November, 19, 2019. REUTERS/Leon Kuegeler TPX IMAGES OF THE DAY

Düsseldorf (Reuters) - Die saarländischen Stahlunternehmen Dillinger Hütte und Saarstahl bekommen nach gut zwei Jahren schon wieder einen neuen Chef: Karl-Ulrich Köhler, den früheren Boss der Stahlsparte von Thyssenkruppund von Tata Steel Europe.

Der Manager übernehme Anfang Januar die Posten von Tim Hartmann, der seine Ämter “aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens niederlegt”, teilte die Montan-Stiftung-Saar mit. Die Stiftung ist Eigentümerin der SHS – Stahl-Holding-Saar - und damit indirekt auch der Saarstahl AG und der Dillinger Hüttenwerke. Diese gehören neben Thyssenkrupp Steel Europe, Salzgitter und ArcelorMittal Europe zu den größten Stahlproduzenten in Deutschland.

Köhler solle den vor zwei Jahren eingeleiteten Strategieprozess vorantreiben, sagte der Vorsitzende des Kuratoriums der Montan-Stiftung-Saar, Reinhard Störmer, am Freitag in einer Videokonferenz mit Jounalisten. Dazu zählten neben den geplanten Kostensenkungen und der Neuaufstelllung des Vertriebs auch Partnerschaften. Hartmann habe hier gut Vorarbeiten geleistet. Köhler solle das Tempo nun erhöhen.

PARTNERSCHAFTEN MÖGLICH - ZUKUNFT FÜR THYSSEN-GROBBLECH?

Die Stahlkocher aus dem Saarland werden immer wieder im Zusammenhang mit der Idee einer Deutschen Stahl AG genannt. Sollte es jemals zu einem Bündnis zwischen Thyssenkrupp Steel und Salzgitter kommen, könnten die Saarländer nicht auf Dauer außen vor bleiben, sagen Experten. Köhler wollte sich zu Spekulationen in diese Richtung nicht äußern. Er sei aber grundsätzlich absolut offen, über Partnerschaften nachzudenken. Er habe selbst Fusionen wie die von Krupp und Hoesch miterlebt. Das könnten nützliche Vorhaben sein, die Synergieffekte ermöglichten. “Die Zeit heute gibt ja auch viel Anlass für solche Partnerschaften, die überall im Schwange sind, überall diskutiert werden.”

Die Saarländer kämpfen wie die gesamte Schwerindustrie mit Überkapazitäten und den Folgen der Corona-Krise. Im Jahr 2019 erzielten der Saarstahl-Konzern und die Dillinger Gruppe zusammen einen Umsatz von rund 4,2 Milliarden Euro. Sie beschäftigen insgesamt mehr als 13.000 Mitarbeiter. Dillinger ist nach eigenen Angaben weltweit führender Hersteller von Grobblechen aus Stahl - ein Bereich, in dem auch Thyssenkrupp tätig ist. Allerdings steht die Produktion hier vor dem Aus. Thyssenkrupp hatte diese Woche erklärt, dass es in dem Verkaufsprozess für das Werk in Duisburg-Hüttenheim keinen Bieter mehr gebe. Finde sich bis zum Jahresende kein Käufer, werde die Produktion bis September 2021 geschlossen.

Köhler deutete an, dass das letzte Wort dazu vielleicht noch nicht gesprochen ist. Die Kollegen an der Saar und in Dillingen hätten sich mehrfach und intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. “Wenn man die zunehmende Endgültigkeit der Situation in Duisburg aus der Zeitung liest, dann bin ich der Auffassung, das ist sicherlich für alle nochmal die Gelegenheit, ihre Argumentationslage zu überprüfen.”

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