January 30, 2018 / 6:37 AM / 4 months ago

Softwareriese SAP kurbelt Wachstum mit Cloud-Zukauf an

Walldorf (Reuters) - Der Softwareriese SAP holt sich zur Erreichung seiner ehrgeizigen Wachstumsziele die US-Cloudfirma Callidus Software ins Haus.

SAP SE CEO Bill McDermott attends the company's annual results press conference in Walldorf, Germany, January 24, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski

“Es ist das innovativste Unternehmen in seinem Bereich”, begründete Firmenchef Bill McDermott am Dienstag in Walldorf die 2,4 Milliarden Dollar schwere Übernahme. Mit dem Cloud-Marktführer für Vertriebssoftware will McDermot SAP noch stärker auf die Datenwolke ausrichten, dem US-Konkurrenten Salesforce enger auf den Leib rücken und endlich auch unter dem Strich größere Früchte seiner massiven Investitionen ernten. “Wir werden die Marge nun konstant ausbauen”, kündigte Finanzchef Luka Mucic an. Dies werde über die Nutzung von Synergien im deutlich gewachsenen Cloud-Geschäft gelingen sowie neue Partnerschaften. Im Schlussquartal verbesserte sich die Marge operativ schon mal auf 34,7 Prozent.

Vor allem wegen der Dollarschwäche legte der Umsatz von Europas wertvollstem Technologiekonzern mit einer Marktbewertung von mehr als 110 Milliarden Euro im Schlussquartal lediglich um ein Prozent auf 6,81 Milliarden Euro zu. SAP bilanziert in Euro, obwohl der US-Markt zu den wichtigsten Einnahmequellen gehört. Allerdings schwächelte auch das traditionelle Lizenzgeschäft. Analysten hatten mit einem leicht höheren Umsatz gerechnet. Die SAP-Aktie gehörte mit einem Minus von einem Prozent zu den Verlierern im Leitindex Dax. Der Gegenwind durch die Wechselkurse sei stärker als erwartet, schrieben die Analysten von Baader Helvea.

Trotzdem rechnet SAP im laufenden Jahr damit, seinen Umsatz währungskursbereinigt um fünf bis sieben Prozent auf 24,6 bis 25,1 Milliarden Euro zu steigern. Der Betriebsgewinn soll zwischen 7,3 und 7,5 Milliarden Euro liegen. 2017 reichte es zu 6,77 Milliarden Euro, was währungsbereinigt einem Plus von vier Prozent entspricht.

SAP-CHEF - HATTEN EIN KNALLER-QUARTAL

Der US-Amerikaner McDermott zeigte sich zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr und dem Schlussvierteljahr: “Wir haben ein Knaller-Quartal versprochen und dies auch gehalten.” Die neuen Cloud-Buchungen seien um 31 Prozent gestiegen. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und einfacherer Wartungsmöglichkeiten verzichten immer mehr Firmen darauf, teure Software-Lizenzen zu erwerben. Sie kaufen stattdessen flexiblere Web-Abos, die in der Regel monatlich bezahlt werden und nicht einmalig. Die Anbieter liefern sich einen harten Wettbewerb, was wiederum hohe Investitionen im Rennen um die Gunst der Kunden nötig macht. Wer auf lange Sicht die Nase vorn hat, scheint noch unklar. Oracle hatte zuletzt mit einem schwächeren Wachstum in der Cloud überrascht. Amazon und Microsoft geben noch im Wochenverlauf Einblick in ihr Geschäft.

Zugleich bleibt es ein Balance-Akt zwischen Cloud-Markt und dem angestammten Geschäftsmodell. “Das On-Premise-Geschäft wird heute und auch morgen weiter das Kerngeschäft von SAP sein. Auch, wenn darüber nicht mehr geredet wird”, sagte der Vorstandsvorsitzende der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), Marco Lenck, zu Reuters.

Callidus ist für SAP die erste größere Übernahme seit dreieinhalb Jahren. Dies sei allerdings nicht der Beginn einer Übernahmewelle, betonte McDermott: “Im Gegensatz zu unseren kalifornischen Mitbewerbern wollen wir organisch wachsen.” Dabei setzt SAP auch auf anziehende Geschäfte in den USA. “Es gibt keine Zweifel, dass die Steuerpolitik von Trump sehr positive Auswirkungen auf Wachstum und Fortschritt in den Vereinigten Staaten hat”, sagte der 56-Jährige zu Reuters.

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