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De Maiziere - Jamaika-Partner noch uneins über Cyber-Gegenangriffe
8. November 2017 / 12:56 / in 12 Tagen

De Maiziere - Jamaika-Partner noch uneins über Cyber-Gegenangriffe

Berlin (Reuters) - Die potenziellen Partner eines Jamaika-Bündnisses haben nach Angaben von Innenminister Thomas de Maiziere noch keine gemeinsame Position zur Möglichkeit von Cyber-Gegenangriffen durch Bundesbehörden.

German Interior Minister Thomas de Maiziere arrives for the weekly cabinet meeting at the Chancellery in Berlin, Germany, September 20, 2017. REUTERS/Hannibal Hanschke

Bei der Frage der sogenannten aktiven Abwehr gebe es bisher keinen Konsens, sagte de Maiziere am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des aktuellen Lageberichts des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Zugleich mahnte der CDU-Politiker die Sondierer von Union, FDP und Grüne in der Frage zur Eile. “Ich hoffe nicht, dass wir eine solche Entscheidung erst fällen, wenn wir Gegenstand eines großflächigen Angriffs geworden sind, dessen weitere Ausbreitung wir dann nicht verhindern können.”

Übereinstimmung gebe es in den Sondierungen bisher nur bei der Organisation der Sicherheitsarchitektur im Cyber-Bereich. So sei die derzeitige Verteilung von Kompetenzen auf Bundes- und Landesebene der Lage nicht angemessen. Vielmehr werde eine Bündelung unter dem Dach des BSI benötigt. Auch das gemeinsame Cyber-Abwehrzentrum solle nach dem Willen der Sondierer gestärkt werden, sagte de Maiziere.

Er persönlich halte es für richtig, wenn zur Abwehr einer unmittelbar bevorstehenden Gefahr für Deutschland oder seiner zentralen Infrastruktur sowie zur Vermeidung weiterer Schäden der Angriff an seinem Ursprungsort beendet werde. Eine Präferenz, welche Bundesbehörde über eine solche Cyber-Gegenattacke entscheide, habe er nicht. Darüber müsse die neue Bundesregierung befinden. Derartige Kompetenzen hatte Anfang Oktober der Bundesverfassungsschutz gefordert.

Nach Angaben de Maizieres ist in der deutschen Wirtschaft insgesamt das Bewusstsein gestiegen, welche Gefahren Cyber-Angriffe bergen. Im Mittelstand sei dieses Bewusstsein aber noch nicht ausgereift genug. Dem BSI zufolge entstehen durch die immer stärkere Vernetzung von Alltagsgeräten wie Kühlschränken oder Autos im sogenannten “Internet der Dinge” zusätzliche Risiken. So seien Cyber-Angriffe direkt über das Internet oder über Funkschnittstellen möglich. Denkbar seien Manipulationen von Zutrittssteuerungen zur Vorbereitung von Einbrüchen oder von Webcams, um an Informationen über die Bewohner zu gelangen.

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