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Polizei fahndet nach Absender von Potsdamer Bombenattrappe
December 1, 2017 / 4:42 PM / 14 days ago

Polizei fahndet nach Absender von Potsdamer Bombenattrappe

Berlin (Reuters) - Nach dem Fund einer mutmaßlichen Bombenattrappe am Potsdamer Weihnachtsmarkt fahndet die Polizei nach dem Absender des Pakets.

Police have evacuated a Christmas market and the surrounding area in the German city of Potsdam, near Berlin, Germany, December 1, 2017, to investigate a suspicious object. Reuters/Zoltan Berta

Dieses sei von einem Lieferdienst zugestellt worden, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Brandenburg, Andreas Schuster, am Samstag im Deutschlandfunk. Auf dem Paket sei sogar ein Absender angegeben. Es sei aber davon auszugehen, dass dieser falsch sei. Da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt der Staatsschutz. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs erklärte im RBB, er könne noch nichts zum Motiv des Täters sagen. Ein versuchter Anschlag sei nicht auszuschließen. Belege dafür gebe es aber nicht.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter sprach von einem “sehr gut imitierten Sprengkörper”. Das Paket habe einen “Polenböller” mit nicht unerheblicher Sprengkraft enthalten, aber keinen Zünder, sagte er am Freitagabend im RBB. Mit derartigen Böllern seien bereits Fahrkartenautomaten gesprengt worden. Mit Blick auf das Motiv des Täters warnte Schröter vor voreiligen Schlüssen. Es sei zu früh, von einem Anschlag auf den Potsdamer Weihnachtsmarkt zu sprechen. Der Täter könne auch auf den Apotheker gezielt haben.

METALLISCHER ZYLINDER MIT BATTERIEN UND NÄGELN

Mitarbeiter einer Apotheke in der Postdamer Innenstadt hatten am Freitag am frühen Nachmittag die Polizei gerufen, weil ihnen das Paket verdächtig vorkam. Die Sicherheitskräfte hätten die Lieferung unter die Lupe genommen und darin unter anderem einen metallischen Zylinder, Batterien und Nägel entdeckt, erklärte die Polizei. Die Beamten hätten daraufhin die unmittelbare Umgebung der Apotheke und auch Teile des Weihnachtsmarktes gesperrt. Spezialkräfte der Bundespolizei entschärften die Vorrichtung. Die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Weihnachtsmarkt wurden verschärft und die Zahl der eingesetzten Polizisten erhöht.

Im Dezember vergangenen Jahres waren bei einem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche zwölf Menschen getötet worden. Der Attentäter Anis Amri war mit einem Lastwagen in die Besuchermenge gefahren.

Die deutschen Weihnachtsmärkte stehen nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden auch in diesem Jahr im Visier radikaler Islamisten. “Die Gefährdungslage in Europa und damit auch in Deutschland ist anhaltend hoch”, hatte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag gesagt.

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