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De Maiziere- Verdächtiger Koffer in Namibia war Attrappe
19. November 2010 / 14:35 / vor 7 Jahren

De Maiziere- Verdächtiger Koffer in Namibia war Attrappe

Hamburg (Reuters) - Das auf dem Flughafen von Windhuk entdeckte verdächtige Gepäckstück war eine Attrappe.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere sagte am Freitag in Hamburg, es habe sich um einen sogenannten Realtest-Koffer einer US-Firma gehandelt. Mit solchen Test-Koffern würden die Sicherheitsmaßnahmen überprüft. Dass deutsche Sicherheitsbehörden selbst einen Test gemacht hätten, halte er für sehr unwahrscheinlich. “Aber auch das wird Gegenstand von Ermittlungen sein”, fügte der CDU-Politiker hinzu. In dem Koffer sei kein Sprengstoff festgestellt worden, sagte er zum Abschluss der Innenministerkonferenz. Für die Passagiere des Air-Berlin-Airbusses, in den der Koffer nach BKA-Angaben verladen werden sollte. habe zu keiner Zeit habe eine Gefahr bestanden. Die Innenminister riefen die Bevölkerung erneut zu Wachsamkeit auf.

Das Gepäckstück war nach BKA-Angaben am Mittwochabend bei der Verladung in einen Airbus von Air Berlin von Windhuk nach München aufgefallen und aus dem Verkehr gezogen worden. Beim anschließenden Durchleuchten des Gepäckstücks wurden nach diesen Angaben Batterien sichtbar, die über Kabel mit einem Zünder und einer laufenden Uhr verbunden waren.

De Maiziere sagte, Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) hätten vor Ort in Namibia das Gepäckstück untersucht. Nun werde geprüft, ob und - wenn ja - wann und an wen der Test-Koffer verkauft worden sei. “Diese Realtest-Koffer dienen dazu, Sicherheitsmängel aufzudecken. Deswegen wäre es nicht klug zu sagen, ob und welche und in welchem Umfang deutsche Sicherheitsbehörden so etwas in Gang gesetzt haben.”

Der Frage, ob befreundete oder weniger befreundete Nachrichtendienste den Koffer platziert haben könnten, wich de Maiziere aus. “Ich habe mich nicht an diesen Spekulationen beteiligt und werde mich daran nicht beteiligen.” Es werde ermittelt, die Ergebnisse würden auch mitgeteilt und nicht unter den Teppich gekehrt. Auch er stelle in Bezug auf den Koffer viele Fragen, fügte de Maiziere hinzu. “Gehen Sie davon aus, dass ich alles daran setzen werde, dass diese Fragen beantwortet werden.”

Ende Oktober waren zwei Paketbomben entdeckt worden, die per Luftfracht aus dem Jemen mit Ziel USA abgeschickt worden waren. Eine der Paketbomben war auf dem Flughafen Köln/Bonn umgeladen worden, bevor sie bei einem weiteren Zwischenstopp in Großbritannien entdeckt und entschärft wurde. Seither wurden die Sicherheitsüberprüfungen auf den Flughäfen verschärft.

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