September 18, 2019 / 4:18 PM / a month ago

Siemens stellt Weichen für Nachfolge von Kaeser

Safety helmets are seen at Siemens company's plant in Goerlitz, Germany, July 15, 2019. REUTERS/Hannibal Hanschke

München (Reuters) - Siemens bereitet sich auf die Zeit nach Vorstandschef Joe Kaeser vor.

Der Aufsichtsrat des Münchner Industriekonzerns stellte am Mittwoch vorzeitig die Weichen für die Nachfolge des 62-Jährigen, dessen Vertrag Ende Januar 2021 ausläuft. Technologievorstand Roland Busch wird zum 1. Oktober offiziell Stellvertreter von Kaeser. Ob er auch sein Nachfolger wird und wann Kaeser genau geht, soll im Sommer 2020 entschieden werden. Der bisher ebenfalls als potenzieller neuer Siemens-Chef gehandelte Vorstand Michael Sen übernimmt den Energie- und Elektrizitätskonzern, der in einem Jahr abgespalten und separat an die Börse gebracht werden soll. Er galt bereits als Favorit für den Posten.

Dass der Aufsichtsrat unter der Führung von Jim Hagemann Snabe sich bereits jetzt mit Kaeser beschäftigt, gilt dagegen als Überraschung. Der Vorstandschef, der Siemens seit gut sechs Jahren führt, hatte stets offen gelassen, ob er seinen Vertrag nicht doch noch verlängern werde. Die Berufung von Sen hätte allerdings laut Aufsichtsratskreisen ohnehin eine Debatte über Kaesers Zukunft losgetreten. Snabe sagte, jetzt sei die richtige Zeit, “erste personelle Weichen zu stellen”.

Sen soll schon vom 1. Oktober an zusammen mit Lisa Davis die Energie-Sparte Gas & Power führen, die den Kern des künftig selbstständigen Unternehmens darstellt. Anfang 2020 übernimmt er dort die alleinige Führung, Davis lässt ihren Vertrag auslaufen. Einen Namen für das neue Unternehmen gibt es noch nicht, intern wird das Projekt “Powerhouse” genannt. Der neue Konzern mit mehr als 80.000 Mitarbeitern, der sich mit Gas- und Dampfturbinen, aber auch mit der Windkraft und Strom-Überlandnetzen beschäftigt, gilt angesichts seiner Größe als Anwärter für den Leitindex Dax.

Sen hat Erfahrung in der Energiebranche und mit Börsengängen von Tochterfirmen. Der 59-Jährige war von Juni 2015 an für knapp zwei Jahre Finanzvorstand des Versorgers E.ON, ehe er überraschend zu Siemens zurückkehrte. Bei E.ON war er maßgeblich für die Abspaltung der Kraftwerkstochter Uniper zuständig. Sein restliches Berufsleben hat der Rheinländer bei Siemens verbracht. Im Vorstand ist er derzeit unter anderem für die Beteiligung am Windkraft-Konzern Siemens Gamesa und für die Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers zuständig, die ebenfalls börsennotiert ist.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below