July 31, 2019 / 2:46 PM / 19 days ago

Siemens sucht Personalchefin und ganzen Energie-Vorstand

Siemens Chief Human Resources Officer Janina Kugel attends a news conference ahead of the company's annual shareholders meeting in Munich, Germany, January 31, 2018. REUTERS/Michael Dalder

München (Reuters) - Nach dem angekündigten Abschied von Personalchefin Janina Kugel steht bei Siemens im nächsten halben Jahr eine ganze Reihe weiterer Rochaden auf der Führungsebene an.

Der Münchner Industriekonzern braucht nicht nur eine neue Arbeitsdirektorin, sondern einen ganzen Vorstand für den künftigen Siemens-Energie-Konzern. Die Sparte Gas & Power soll zusammen mit der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa abgespalten und bis September 2020 separat an die Börse gebracht werden. “Jetzt machen wir uns mit Ruhe und Sorgfalt an den nächsten Schritt und werden das Führungsteam für die beiden neuen Siemens-Konzerne festlegen”, kündigte Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe am Mittwoch in München an. Der Vertrag des jüngsten Vorstandsmitglieds Cedrik Neike (46) wurde bereits um fünf Jahre bis Mai 2025 verlängert.

Kugel verlässt Siemens Ende Januar, wenn ihr Fünf-Jahres-Vertrag ausläuft. Er werde “im gegenseitigen Einvernehmen” nicht verlängert, teilte der Aufsichtsrat mit. Die 49-Jährige ist eine der bekanntesten Personalmanagerinnen Deutschlands. Ihr Abgang war schon über das Wochenende durchgesickert. “Sie ist eine leidenschaftliche Streiterin für mehr Diversität, lebenslanges Lernen und eine moderne Unternehmenskultur”, lobte Snabe. In Aufsichtsrats-Kreisen war aber von einer “gewissen Entfremdung” die Rede. Kugel war lange von Vorstandschef Joe Kaeser gefördert worden. Nun suche sie eine prominentere Aufgabe, sagte ein Insider.

Die IG Metall und der Siemens-Gesamtbetriebsrat betonten den konstruktiven Ansatz der Personalchefin. “Sie bezieht uns bei der Lösung von betrieblichen Themen stets mit ein. Das war bei Siemens nicht immer so”, sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied und Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner. Dass sie gehe, sei schade. Er forderte Siemens auf, eine “adäquate Nachfolgerin” zu suchen. Vorher dürfte sie aber die Verhandlungen über mehr als 13.000 Arbeitsplätzen führen, die in zentralen Funktionen, in der Energie-Sparte und im künftigen Kerngeschäft wegfallen sollen.

Noch in diesem Jahr soll auch die Entscheidung fallen, wer den neuen Siemens-Energiekonzern leiten soll, der intern unter dem Arbeitstitel “Powerhouse” geführt wird. Fest steht dort nur der Finanzvorstand Klaus Patzak. Die heutige Chefin von Gas & Power, die Amerikanerin Lisa Davis, hatte im November ihren Abschied für spätestens 2021 angekündigt. Ändert die 56-Jährige ihre Lebensplanung nicht mehr, kommt sie nicht für den Posten als Vorstandschefin der künftig voraussichtlich im Leitindex Dax gelisteten Gesellschaft in Frage. Aus dem Siemens-Vorstand werden der für Beteiligungen zuständige Michael Sen und der für den laufenden Betrieb verantwortliche COO Roland Busch als Kandidaten gehandelt.

Sie gelten aber auch als mögliche Chefs der Siemens AG, wenn Joe Kaeser sich zurückzieht. Sein Vertrag läuft noch bis Januar 2021, dann erreicht er die Altersgrenze. Mittlerweile gilt es aber als denkbar, dass der 62-Jährige darüber hinaus als Vorstandschef weitermacht.

Den am längsten laufenden Vertrag hat nun der für die Bau- und Infrastruktur-Sparte “Smart Infrastructure” verantwortliche Neike. Er bekommt einen Fünf-Jahres-Vertrag bis Mai 2025. Neike war im April 2017 vom US-Netzwerk-Spezialisten Cisco in den Siemens-Vorstand gewechselt.

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