May 17, 2013 / 3:13 PM / in 6 years

Infineon-Retter Bauer soll Anleger für Osram begeistern

A traditional light bulb (100 watt) of lamp manufacturer Osram is pictured in Germering near Munich November 28, 2012. REUTERS/Michaela Rehle

München (Reuters) - Siemens hat für seine Leuchtmitteltochter Osram einen prominenten Aufsichtsratschef gefunden.

Der frühere Infineon-Chef Peter Bauer soll ab der nächsten Hauptversammlung das Kontrollgremium des Börsenkandidaten führen, teilte der Mutterkonzern am Freitag mit. Voraussichtlich im Februar werde der renommierte Halbleiter-Manager in der Funktion Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm ablösen. Auch der frühere Allianz-Manager Joachim Faber soll in den Osram-Aufsichtsrat einziehen.

Bauer war im vergangenen Jahr als Infineon-Chef aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten, mittlerweile gehört er auch dem Aufsichtsrat des Kleincomputerbauers Kontron an. Bauer ist der Siemens-Welt seit langem verbunden, bereits vor der Abspaltung Infineons vom Mutterkonzern 1999 arbeitete er für die Münchner. Seine Meriten hatte sich der langjährige Chip-Spezialist durch die Rettung des bayerischen Chipkonzerns aus einer existenzbedrohenden Krise vor wenigen Jahren erworben. Bauer zeigte sich begeistert über den neuen Posten. “Ich fand die Idee extrem attraktiv”, sagte er vor Analysten. “Ich bin froh, zurück in der Gemeinschaft zu sein”, rief er ihnen zu.

Bei Osram dürfte Bauer genug zu tun bekommen. Das Unternehmen steckt angesichts des rasanten Wandels des Lichtmarkts mitten im Umbau, schließt Werke und baut tausende Stellen ab. Für das laufende Jahr erwartet Osram-Chef Wolfgang Dehen bei stagnierendem Umsatz keinen Gewinn. Auf eine Dividende können die Aktionäre vorerst nicht hoffen. Mit der rund 500 Millionen Euro teuren Sanierung will Osram bis 2015 eine Milliarde Euro sparen.

DEHEN - OSRAM SOLL HELLER STRAHLEN ALS DER LICHTE TAG

Siemens will bei Osram nicht mehr investieren und behält lediglich knapp ein Fünftel an dem Traditionsmarke. Der Rest ging an die eigenen Aktionäre. Anfang Juli soll das Unternehmen sein Börsendebüt feiern. “Mein Ehrgeiz ist es, Osram heller strahlen zu lassen als Tageslicht”, sagte Dehen in Anlehnung an den früheren Werbespruch “Hell wie der lichte Tag”. Experten dimmen die Hoffnungen indes: Die Konkurrenz von Herstellern wie Philips, Samsung, Cree und Nichia ist eisenhart, der Preisverfall bei den zukunftsträchtigen Leuchtdioden (LED) rasant. Dehen offenbarte am Freitag, dass sein Haus im vergangenen Jahr mit LED-Lampen und -Systemen Verlust machte, lediglich das Geschäft mit den Komponenten wirft etwas Rendite ab.

Unter Analysten hatte zuletzt Siemens-Finanzchef Joe Kaeser für Stirnrunzeln gesorgt, als er den Wert des zweitgrößten Lichttechnikunternehmens nach Philips auf 3,2 Milliarden Euro veranschlagte. Analysten kommen dagegen zum Teil auf deutlich niedrigere Werte.

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