September 27, 2010 / 3:33 PM / 9 years ago

Zuversicht bei Siemens wächst - NSN-Anteile vor Verkauf

Siemens-Flaggen in München am 27. Januar 2009. REUTERS/Alexandra Beier

München (Reuters) - Bei Siemens wächst nach einträglichen Geschäften im laufenden Quartal die Zuversicht.

Im Schlussquartal des bis Ende September laufenden Geschäftsjahres werde das operative Ergebnis der drei Kernsektoren Industrie, Energie und Medizintechnik über dem Vorjahreswert von 1,9 Milliarden Euro liegen, erklärte Finanzchef Joe Kaeser am Montag in München. Der Auftragseingang im Kerngeschäft werde 20,1 Milliarden Euro übersteigen, der Umsatz 18,9 Milliarden Euro. “Operativ können wir mit dem vierten Quartal aller Voraussicht nach sehr zufrieden sein”, sagte der Finanzchef. “Besonders beim Auftragseingang sehen wir eine weitere Belebung des Geschäfts.”

Siemens rechnet damit, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten etwas verlangsamen wird, geht jedoch im Gegensatz zu vielen Ökonomen und Börsianern nicht von einem erneuten Konjunktureinbruch aus. Die Weltwirtschaft werde wohl 2011 um mehr als drei Prozent zulegen, zeigte sich Kaeser zuversichtlich.

BÖRSIANER ENTTÄUSCHT - SIEMENS-AKTIE GIBT NACH

Vor allem in der Industriesparte hat sich das Geschäftsumfeld laut Kaeser zuletzt weiter aufgehellt. So habe etwa die Lichttechniktochter Osram dank des Booms bei Leuchtdioden schon wieder das Niveau von 2008 erreicht. Im zuletzt schwächelnden Geschäft mit Energietechik sei im Schlussquartal der Auftragseingang wieder angestiegen, der Umsatz habe sich stabilisiert. Rein operativ peilt Siemens in seinen drei Kerngeschäftsfeldern Industrie, Energie und Medizintechnik ein Ergebnis deutlich über den 7,5 Milliarden Euro aus dem Vorjahr an.

An der Börse konnten Kaesers Äußerungen nicht überzeugen, Siemens-Aktien verloren rund ein Prozent auf 78,56 Euro. Viele Analysten hätten wohl eine optimistischere Aussage erwartet, sagte ein Händler. “Nun macht sich offenbar am Markt eine leichte Enttäuschung breit.”

INVESTOREN WOLLEN BEI SIEMENS-SORGENKIND NSN EINSTEIGEN

Unter dem Strich wird der Konzerngewinn 2009/10 allerdings von einer gewaltigen Abschreibung und erneut von Belastungen aus dem Randgeschäft belastet werden. Vergangene Woche hatte das Unternehmen angekündigt, seine teuer zusammengekaufte Diagnostiksparte um bis zu 1,4 Milliarden Euro abzuwerten. Hinzu kommen Rückstellungen für den Abbau von 2400 Stellen in der IT-Sparte SIS, die Siemens am Freitag ausgliedert. Für einen notorischen Verlustbringer zeichnet sich aus Kaeser Sicht allerdings eine Lösung ab. Für den gemeinsam mit Nokia betriebenen Netzwerkbauer NSN hätten sich mehrere Interessenten gemeldet, die zu einem Einstieg bereit wären. “Wir haben uns dieser Option nicht verschlossen”, sagte Kaeser.

Ob es unter dem Strich angesichts zahlreicher Sonderlasten im vierten Quartal noch für einen Gewinn reiche, wollte der Finanzchef nicht sagen. Die Aktionäre könnten sich aber dennoch über die Entwicklung des Konzerns freuen, sagte Kaeser und deute damit eine höhere Dividende an. Zur geplanten Höhe der Gewinnbeteiligung wollte sich der Finanzvorstand zwar nicht äußern, kündigte aber an, dass im Rahmen der neuen strategischen Zielsetzung im November eine Spannbreite für die künftige Ausschüttungsquote festgelegt werde.

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