May 13, 2020 / 11:29 AM / 17 days ago

Coronakrise trifft Autovermieter Sixt weniger hart als Rivalen

The Sixt car rental logo is seen in Augsburg, Germany, March 24, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

München (Reuters) - Deutschlands größter Autovermieter Sixt erwartet im laufenden Vierteljahr einen Jahrhundertverlust.

“Das Quartal wird natürlich ein trauriges zweites Quartal, wahrscheinlich das schlechteste Quartal in der Geschichte des Unternehmens”, sagte Vorstandschef Erich Sixt am Mittwoch. “Wir erwarten einen drastischen Umsatzeinbruch und natürlich, damit einhergehend, auch einen drastischen Ergebniseinbruch.” Dennoch rechne er damit, in der Coronakrise aus dem Wettbewerb mit Konkurrenten wie Europcar oder Hertz gestärkt hervorzugehen.

Dem Manager zufolge wäre dies der dritte Quartalsverlust seit Bestehen des Unternehmens. Der heute 75-Jährige übernahm den 1912 gegründeten Familienbetrieb im Jahr 1969. Der Konzern schrieb in der Finanzkrise im Auftaktquartal des Jahres 2009 einen Vorsteuerverlust von knapp 35 Millionen Euro und wies infolge der Coronakrise für das nun zurückliegende Vierteljahr einen Fehlbetrag von 5,1 Millionen Euro aus. Im Vermietgeschäft belief sich der Verlust sogar auf 9,6 Millionen Euro. Der operative Konzernumsatz schrumpfte um 3,4 Prozent auf 485 Millionen Euro. Damit ist die Lage allerdings weniger dramatisch als bei Hertz und Europcar, die im zurückliegenden Quartal dreistellige Millionenverluste verbucht hatten.

Im Gesamtjahr rechnet Erich Sixt allerdings nach wie vor mit einem Vorsteuergewinn. “Wir liegen im März, im April und auch jetzt in den ersten Mai-Tagen absolut in unserem Plan”, sagte er und bekräftigte die Prognose, wonach sich der Konzern auf Jahressicht trotz Umsatzeinbrüchen in den schwarzen Zahlen halten werde. Hoffnung für das in der Branche traditionell wichtige Sommerquartal mache ihm die Lockerung der Reisebeschränkungen.

Während Sixt wie andere Autovermieter die Kosten mit einer Verkleinerung der Fahrzeugflotte senkt, will er nach eigenen Angaben die Beschäftigten an Bord halten. In Deutschland würden Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt, um nach der Krise rasch wieder starten zu können. Der US-Rivale Hertz hingegen, der eine Pleite abwenden will, entlässt tausende Mitarbeiter. Sixt bekam vor Kurzem von der Staatsbank KfW und von Geschäftsbanken einen Milliardenkredit.

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