May 10, 2017 / 5:31 PM / 3 years ago

Solarworld-Verwalter will Geschäft am Laufen halten

A woman is silhouetted against the logo of Germany's SolarWorld at the reception desk of the company's extraordinary shareholders meeting in Bonn August 7, 2013. SolarWorld is seeking approval for a wide-ranging restructuring plan from holders of one of its outstanding convertible bonds, a key step in the solar group's overhaul. SolarWorld had to embark on a debt restructuring to cope with the pressures of overcapacity in the solar industry, where falling prices and tough Asian competition have pushed some big players such as Q-Cells and Solon, to file for insolvency. REUTERS/Wolfgang Rattay (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Düsseldorf (Reuters) - Solarworld-Insolvenzverwalter Horst Piepenburg will die Produktion bei dem Bonner Solarkonzern nicht ins Stocken geraten lassen.

“Den Geschäftsbetrieb so reibungslos wie möglich aufrechtzuerhalten ist jetzt von wesentlicher Bedeutung”, teilte der Düsseldorfer Rechtsanwalt am Freitag mit. Der 63-Jährige lenkt seit Freitag als Sanierer die Geschicke des ehemaligen Aushängeschildes der deutschen Solarindustrie. Zu den Aussichten für eine Rettung von Solarworld hielt sich Piepenburg nach einer Belegschaftsversammlung in Bonn bedeckt. Er wolle sich “zügig mit der Lage des Unternehmens auseinandersetzen”.

Zunächst geht es darum, dafür zu sorgen, dass die gut 2200 Mitarbeiter in der Bonner Zentrale, im sächsischen Freiberg und im thüringischen Arnstadt für die drei Monate von Mai bis Juli Insolvenzgeld erhalten. Das entlastet die Kasse des überschuldeten Konzerns. Die Arbeitsagentur bekommt das Geld später aus der Insolvenzmasse zurück. Solarworld-Chef und -Firmengründer Frank Asbeck sagte Piepenburg “tatkräftige Unterstützung” zu. Er hatte den Glauben an eine Sanierung des Unternehmens verloren und war am Freitag zum Insolvenzrichter gegangen. Nach der Solarworld AG meldeten auch vier deutsche Tochtergesellschaften Insolvenz an.

Piepenburg ist einer der bekanntesten Sanierungsexperten in Deutschland. Er war bundesweit bekannt geworden, als er 2002 den insolventen Maschinen- und Anlagenbauer Babcock Borsig als Vorstandschef sanierte. Zuletzt war der Anwalt 2013 bei der Pleite des Immobilienkonzerns IVG in Erscheinung getreten, wo er als Sachwalter dem Vorstandschef zur Seite gestellt wurde. Die gleiche Funktion hatte er auch beim Holzverarbeiter Pfleiderer. Beim Handelskonzern Arcandor war Piepenburg als Sanierer gerufen worden, warf jedoch nach wenigen Wochen das Handtuch.

Bei Solarworld trifft Piepenburg auf seinen Kollegen Hans-Gerd Jauch. Der Arcandor-Insolvenzverwalter berät Asbeck seit Jahren bei der Sanierung. 2013 hatte Solarworld angesichts von einer Milliarde Schulden schon einmal vor dem Abgrund gestanden. Damals rettete Asbeck den Konzern, indem er sich mit den Gläubigern auf einen Schuldenverzicht verständigte und frisches Kapital von einem Investor aus Katar holte. Asbeck gehören noch 21 Prozent an Solarworld.

Die Anleger haben noch Hoffnung auf Rettung. Die Solarworld-Aktie schloss am Freitag mit 1,39 Euro elf Prozent fester.

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