February 12, 2019 / 1:54 PM / 5 months ago

Super-Landesbank stößt im Süden nicht auf Gegenliebe

A Sparkasse bank sign is pictured in Ulm, Germany, April 6, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

Stuttgart/München (Reuters) - Die von Sparkassenpräsident Helmut Schleweis vorgeschlagene Super-Landesbank findet in Süddeutschland keinen Zuspruch.

Der Freistaat Bayern und die Sparkassen in Baden-Württemberg machten als Anteilseigner der beiden größten deutschen Landesbanken BayernLB und LBBW deutlich, dass sie sich einen solchen Zusammenschluss momentan nicht vorstellen können.

“Derzeit stehen weder ein (Teil-)Verkauf der Beteiligung noch eine Fusion mit einem anderen Institut zur Debatte”, bekräftigte Bayern in seinem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Landesbeteiligungen. Aufgabe der BayernLB sei insbesondere die Unterstützung der Wirtschaft in dem Bundesland. Der Freistaat hält drei Viertel, die bayerischen Sparkassen ein Viertel an dem Institut.

Der baden-württembergische Sparkassenpräsident Peter Schneider äußerte sich skeptisch über den Vorschlag seines Verbandspräsidenten. “Das ist ein Riesen-Vorhaben, dass die Finanzwelt in Deutschland noch nie gesehen hat”, sagte Schneider in Stuttgart. Bevor man ein so hochkomplexes Thema angehe, müsse man überlegen, ob es überhaupt machbar sei. Die drei Träger der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) würden nur gemeinsam handeln. Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart hatten die Idee einer Super-Landesbank ebenfalls kritisiert. Sie halten zusammen knapp 60 Prozent an der größten deutschen Landesbank, der Sparkassenverband die restlichen gut 40 Prozent.

Schneider sagte, zwar teile er die Auffassung von Schleweis, dass eine Konsolidierung nötig sei. Allerdings solle man sich dabei nicht zu viel auf einmal vornehmen. “Ich bin ein Anhänger der machbaren Schritte”, sagte Schneider. Die Rettung der NordLB sei ein Weg zur Landesbanken-Konsolidierung. Im Zuge der zahlreichen Gespräche über die Stützung der angeschlagenen Landesbank steige das Bewusstsein über die Gemeinsamkeiten im öffentlich-rechtlichen Sektor. “Die Dinge nehmen Fahrt auf”, sagte Schneider. “Es muss nicht jeder alles machen.” So könnten die Landesbanken auch ohne Fusion etwa bei Auslandsstandorten zusammenarbeiten.

Die Sparkassen in Baden-Württemberg selbst kostet die Rettung der NordLB 62 Millionen Euro, die LBBW muss gut 80 Millionen Euro berappen, wie Schneider sagte. Die Gelder stammen aus den jeweiligen Stützungstöpfen. 2018 erwirtschaften die 51 Sparkassen in Baden-Württemberg einen Überschuss (verfügbarer Gewinn) von 1,1 (Vorjahr: 1,3) Milliarden Euro, der komplett zur weiteren Stärkung ihres Eigenkapitals genutzt werde. “Die Kreditnachfrage, gerade auch für Investitionen, ist weiterhin auf Rekordhöhe”, sagte Schneider. Trotz der jüngst gestiegenen Konjunktursorgen erkenne er bislang keine Abkühlung.

WESTFÄLISCHE SPARKASSEN BEGRÜSSEN VORSCHLAG

Die Präsidentin des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, Liane Buchholz, plädiert dagegen für ein Spitzeninstitut. “Wir brauchen ein Zielbild für eine Girozentrale im Eigentum der Sparkassen”, sagte Buchholz in Münster. Dieses Institut solle sich auf Aufgaben konzentrieren, die die Sparkassen aufgrund ihrer Größe nicht allein erbringen können, wie z.B. das Auslandsgeschäft, der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr oder das Liquiditätsmanagement. “Wir brauchen eine Girozentrale im besten Sinne eines Dienstleister für unsere Sparkassen und ihrer Kunden.”

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