October 30, 2018 / 12:51 PM / 15 days ago

Finanzaufsicht BaFin hat keine Einwände gegen Mega-Landesbank

The logo of Germany's Federal Financial Supervisory Authority BaFin (Bundesanstalt fuer Finanzdienstleistungsaufsicht) is pictured outside the former finance ministry building in Bonn, Germany, Germany, April 5, 2016. REUTERS/Wolfgang Rattay

Frankfurt (Reuters) - Die Finanzaufsicht BaFin hat keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Mega-Landesbank, wie sie derzeit im Sparkassenlager diskutiert wird.

Auch ein so großes und komplexes Institut, das vermutlich eine Bilanzsumme von insgesamt 700 bis 800 Milliarden Euro hätte, sei im Krisenfall abwickelbar, wenn dies im Falle eines Zusammenschlusses mit bedacht und organisatorisch auch abgebildet würde, sagte der für Bankenabwicklungen zuständige BaFin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch am Dienstag am Rande einer Konferenz der Behörde in Frankfurt. “Wir haben die richtigen Werkzeuge, um auch größere Einheiten abzuwickeln beziehungsweise abwickelbar zu machen.”

Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, loten die deutschen Sparkassen vor dem Hintergrund der Investorensuche für die NordLB eine Fusion ihrer milliardenschweren Landesbanken aus. Konkret wird über einen Zusammenschluss der Helaba, der NordLB, der LBBW sowie des Fondsdienstleisters Deka und des Immobilienfinanzierers Berlin Hyp diskutiert. Die Hürden für ein solches Unterfangen gelten als hoch, bereits in der vergangenen Tagen gab es skeptische Äußerungen aus Baden-Württemberg, insbesondere von Seiten der Landeshauptstadt Stuttgart, für die die LBBW zugleich die Funktion einer örtlichen Sparkasse ausübt.

Die BaFin wird sich laut Pötzsch einer Fusion nicht in den Weg stellen. “Sie können sich zu größeren Einheiten zusammenschließen.” Wenn langfristig gesichert sei, dass die Aufsicht das neue Institut im schlimmsten Fall zerlegen und Teile davon abwickeln könnte, “dann kann das funktionieren”. Die Konsolidierung des Landesbankensektors an der Spitze der Sparkassengruppe läuft schon seit der Finanzkrise. Seitdem sind unter anderem die WestLB, die SachsenLB, die Bremer Landesbank und die Landesbank Rheinland-Pfalz vom Markt verschwunden oder wurden von anderen Landesbanken geschluckt. Die HSH wurde kürzlich an Privatinvestoren verkauft.

Die Sparkassengruppe ist im Gegensatz zu den Volks-und Raiffeisenbanken an ihrer Spitze noch stark zersplittert. Die Genossenschaftsbanken verfügen mittlerweile mit der DZ Bank über nur noch ein einziges Spitzeninstitut, das für sich genommen nach der Deutschen Bank das zweitgrößte deutsche Institut ist. Sparkassenpräsident Hartmut Schleweis ist das ein Dorn im Auge. Er hat mehrfach öffentlich erklärt, dass er sich auch im öffentlich-rechtlichen Lager eine stärkere Konsolidierung wünscht. An der NordLB sind unter anderem die Helaba, die Commerzbank und mehrere Finanzinvestoren interessiert.

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