September 10, 2019 / 12:09 PM / 12 days ago

Schwesig gibt wegen Brustkrebs SPD-Vorsitz auf

Coleader of Germany's Social Democrats Manuela Schwesig reacts to the final results of regional elections in Saxony and Brandenburg, in Berlin, Germany, September 2, 2019. REUTERS/Axel Schmidt

Berlin (Reuters) - Inmitten der SPD-Suche nach einer neuen Parteiführung zieht sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig aus der Parteispitze zurück.

Die 45-Jährige teilte am Dienstag mit, bei ihr sei “vor einiger Zeit” Brustkrebs festgestellt worden. “Sowas ist immer ein riesiger Schock”, sagte die Mutter von zwei Kindern bei einem kurzen Presseauftritt in Schwerin. “Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar.” Das Amt der Ministerpräsidentin und auch den Parteivorsitz in ihrem Bundesland will sie daher weiter ausüben. Allerdings werde sie den kommissarischen Parteivorsitz im Bund aufgeben.

Mit dem Rückzug von Schwesig steht die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ab Oktober alleine an der SPD-Spitze. Die beiden Frauen übernahmen nach dem Rücktritt von Andrea Nahles gemeinsam mit Thorsten Schäfer-Gümbel den kommissarischen Parteivorsitz, um die Neuwahl der SPD-Führung mit Hilfe eines Mitgliederentscheides zu organisieren. Schäfer-Gümbel sagte am Dienstag aber, es bleibe dabei, dass er zum 1. Oktober als Arbeitsdirektor zur Entwicklungshilfeorganisation GTZ wechseln und dann den Parteivorsitz aufgeben werde.

“ICH WERDE WIEDER GESUND”

Der SPD kommt damit in schwierigen Zeiten das Führungspersonal abhanden. In der Koalition mit der Union stehen wichtige Entscheidungen zur Klimapolitik und anderen Themen wie der Grundrente an, die großen Einfluss auf einen Fortbestand oder ein Ende des Regierungsbündnisses haben dürften. Schwesig war unter anderen an der Suche nach einem Kompromiss bei der Grundrente beteiligt. Wichtige Strippenzieher wie Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz ziehen noch bis Mitte Oktober über die Lande, um sich als Kandidaten für den Parteivorsitz bei der Basis vorzustellen. Anfang Dezember soll ein Parteitag die neue SPD-Doppelspitze wählen, die eine Mitgliederabstimmung Ende Oktober oder eine spätere Stichwahl gewonnen hat. Schwesig selbst hatte für sich diesen Posten frühzeitig ausgeschlossen.

Schwesig gilt in der SPD als beliebt, gut vernetzt und ehrgeizig. Das Amt der Ministerpräsidentin übernahm sie im Juli 2017, als Regierungschef Erwin Sellering krankheitsbedingt aufgab. Er war an Lymphdrüsenkrebs erkrankt, nahm seine Arbeit als Landtagsabgeordneter Ende 2017 aber wieder auf.

Auch aus anderen Parteien erhielt Schwesig gute Wünsche für ihre Genesung. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wünschte “ganz persönlich und im Namen der Mitglieder der CDU dazu alles Gute”. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, die Nachricht von Schwesigs Erkrankung mache sie sehr betroffen: “Ich habe mit ihr telefoniert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird, dazu Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit.”

Schwesig zeigte sich kämpferisch. Sie sei “sehr zuversichtlich, dass ich wieder gesund werden kann”. Sie habe schon “einige Kämpfe in meinem Leben geführt, und ich werde auch diesen Kampf führen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich auch diese schwierige Situation meistern werde.”

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