September 23, 2012 / 2:32 PM / 6 years ago

Steinbrück wehrt sich gegen Vorwurf des Amtsmissbrauchs

Berlin (Reuters) - Der mögliche Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe in seiner Zeit als Bundesfinanzminister bei Post und Telekom um Sponsorengelder für eine privat organisierte Schachveranstaltung geworben.

Steinbrück räumte in der “Süddeutschen Zeitung” (Montagausgabe) ein, er habe Geldgeber für die Veranstaltung gesucht. Es habe sich aber um ein öffentliches Turnier gehandelt. “Das Ganze war auch ein Aufschlag, um nach etwa 80 Jahren wieder eine Schach-Weltmeisterschaft in Deutschland auszurichten”, sagte Steinbrück der Zeitung laut Vorabbericht. Dazu sei es dann auch gekommen. “Dafür suchte ich nach Sponsoren im Interesse der großen Schachgemeinde, woran ich nichts Ehrenrühriges finden kann”, sagte Steinbrück, der selbst begeistert Schach spielt.

Das Magazin “Focus” berichtete, Steinbrück habe 2006 in seiner Funktion als Finanzminister die damaligen Chefs der früheren Staatsunternehmen Post und Telekom, Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke, um ein Sponsoring von jeweils bis zu einer Million Euro gebeten. Das Magazin beruft sich auf einen ihm vorliegenden zweiseitigen Brief Steinbrücks, der den offiziellen Briefkopf des Finanzministeriums trage.

Mehrere Aktienrechtler sagten dem Magazin, Steinbrücks Bitte sei aus ihrer Sicht mit seiner Stellung als letztlich verantwortlicher Vertreter des Großaktionärs Bundesrepublik nicht vereinbar gewesen. Am Ende kam es dem Magazinbericht zufolge nicht zu der Unterstützung durch die Konzerne.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring kritisierte Steinbrück für sein Verhalten. Der Sozialdemokrat werde “Mühe haben, das zu erklären oder gar als korrekt zu deklarieren”, sagte Döring der “Welt” (Montagausgabe). “Ich bin gespannt auf die Reaktionen der Sozialdemokraten. Ein solcher Kanzlerkandidat würde schwer beladen in den Wahlkampf humpeln.”

Steinbrück gilt neben Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Sigmar Gabriel als ein möglicher Kanzlerkandidat der SPD.

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